Religionsunterricht

Keine Abmeldungen vom Religionsunterricht

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In der Grundschule Spormecke wird großer Wert auf die religiöse Bildung gelegt, ohne missionieren zu wollen. Schüler wie die Drittklässler Sarah und Emilia basteln zum Beispiel einen Kalender für das Kirchenjahr. Daniela Dragon (links) ist die Religionsbeauftragte der Schule.

Schalksmühle - In ganz NRW und auch im Märkischen Kreis sinken die Zahlen der Grundschüler, die sich zum evangelischen oder katholischen Glauben bekennen, die Teilnahme am Religionsunterricht geht ebenso zurück. Nicht so in Schalksmühle...

In Schalksmühle gab es trotz ähnlichem Trend bisher keine Abmeldungen vom Religionsunterricht. 

„Es nehmen alle Schüler am Religionsunterricht teil. Es gibt keinen, der das nicht will“, sagt Ralf Gensmann, Schulleiter der Grundschule Spormecke. Schüler anderen Glaubens, wie Muslime und Orthodoxe sowie konfessionslose Schüler werden in den Unterricht integriert. „Wir greifen im Unterricht auch andere Religionen auf. Die Schüler helfen sich gegenseitig. Wir lassen sie zum Beispiel von ihren Feiertagen berichten“, sagt Daniela Dragon, Lehrerin und Religionsbeauftragte der Grundschule. 

Dragon absolviert derzeit einen Zertifikatskurs, an dessen Abschluss die Lehrbefähigung für die katholische Religionslehre steht. „Dann sind wir ganz gut aufgestellt“, sagt Gensmann. Zusätzlich gibt es eine Religions AG unter der Leitung von Pastor Weißbach. „Uns ist die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld sehr wichtig“, sagt Gensmann. Mit dem Pastor erarbeiten die Kinder Gottesdienste wie zum Beispiel den Weihnachtsgottesdienst. 

Religiöse Bildung ist wichtig, dennoch sollen Schüler nicht missioniert werden

Gäbe es Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen, würde man sich über eine Alternative Gedanken machen, meint Gensmann. Dennoch sei die religiöse Bildung wichtig. „Wir wollen die Kinder nicht missionieren. Aber man merkt, dass sich die Kinder thematisch davon entfernt haben. Im Religionsunterricht geht es auch um Wahrnehmung, Identität und Kompetenzen, die auch in anderen Fächern wichtig sind“, betont Dragon. 

In Schalksmühle gehen laut IT.NRW insgesamt 165 Kinder zur Grundschule.

Laut IT.NRW (Grafik) bekannten sich im Schuljahr 2016/2017 in Schalksmühle 45 Prozent der insgesamt 165 Grundschüler zum evangelischen Glauben und 17,6 Prozent zum katholischen. Mit dem Islam identifizierten sich zehn Prozent, knapp zwei Prozent gehörten anderen Religionen an. 25 Prozent der Schüler waren konfessionslos. 

Mit Blick auf die Zahlen aus dem gesamten Märkischen Kreis aus dem Schuljahr 2011/2012 ist eine Veränderung erkennbar. Damals waren insgesamt 15 Prozent der Grundschüler konfessionslos und 28 Prozent katholisch. Dagegen ist die Zahl der evangelischen Schüler in Schalksmühle 2016/2017 höher als die der evangelischen Grundschüler im Märkischen Kreis 2011/2012: Damals waren es insgesamt 34 Prozent.

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