Manz: Millioneninvestitionen zur Standortsicherung

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Bürgermeister Jörg Schönenberg schaute sich zusammen mit Ken Börner (Geschäftsführender Gesellschafter), Marc Funke (Geschäftsführer) und Versandleiter Darius Kazmierczak (von rechts) das neue Logistikzentrum an.

Schalksmühle - Die Hochgeschwindigkeitszüge (TGV) in Frankreich, die Intercitys der Deutschen Bahn und ab Mai auch der Shinkansen in Japan; sie alle sind mit Produkten des Stanz- und Umformtechnik-Spezialisten Manz aus Schalksmühle unterwegs.

Um sich auch zukünftig auf dem Weltmarkt behaupten zu können, hat die Wilhelm Manz GmbH & Co. KG an ihrem Sitz am Gewerbering 1 im Gewerbegebiet Ramsloh in den vergangenen zwei Jahren rund fünf Millionen Euro in die Standortsicherung und den Maschinenpark investiert.

Entstanden ist dabei auf einer Größe von rund 3500 Quadratmetern ein neues Logistikzentrum, zudem ist eine neue Hochleistungspresse bestellt, die Ende November oder Anfang Dezember 2017 ausgeliefert werden soll.

Das Logistikzentrum ist im ehemaligen „Pickard + Heffner“-Gebäudekomplex untergebracht, den Manz übernehmen konnte, nachdem der Akten- und Datenträgervernichter ins Gewerbegebiet Heedfeld-Süd umgezogen war. „Wir haben die Hallen von Grund auf saniert, und das alles über fast eineinhalb Jahre im laufenden Betrieb“, sagte Ken Börner Geschäftsführender Gesellschafter bei Manz. Die größte Herausforderung war es dabei, die Manz-Gebäude und den sanierten Komplex trotz einer Höhendifferenz von mehreren Metern miteinander zu verbinden. „Dabei mussten wir auch immer im Blick haben, der Feuerwehr weiter freie Zufahrt zu unserem Gelände zu ermöglichen“, sagte Börner. Die Verbindung gelang mit zwei Lastenaufzügen, über die die fertigen Produkte ins Logistikzentrum gebracht werden.

Produktpalette verändert sich

Was dort in die Lastwagen verladen wird, sind mittlerweile häufig andere Produkte als vor einigen Jahren. „Um in einem hart umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, liegt die Kunst in der Anpassungsfähigkeit und Innovation“, erklärte Marc Funke, Geschäftsführer bei Manz. Statt einfacher Stanzteile wie in der Anfangszeit vor rund 140 Jahren, produziert das Unternehmen mittlerweile Komponenten für Sportwagen und hat über die Belagträger für Bremsen von Hochgeschwindigkeitszügen nun auch den Einstieg in die E-Mobilität geschafft.

Jährlich werden auf dem Gelände am Gewerbering 1 rund 7000 Tonnen Kalt- und Warmband-Stahl, 1800 Tonnen Edelstahl und 250 Tonnen Aluminium verarbeitet. Um die Produktivität und auch die Qualität der Teile weiter zu steigern, dabei die Energiekosten aber deutlich zu reduzieren, investiert Manz alleine etwa 3,2 Millionen Euro in eine neue mechanische Presse, mit der das komplette Produktsortiment abgedeckt werden kann. „Die Presse hat ein Eigengewicht von 167 Tonnen und wird uns als großer Monoblock geliefert. Allein Transport und Aufbau kosten bereits 150 000 Euro“, sagte Börner.

Mit dem Schiff wird die Presse vom Hersteller in Göppingen zunächst nach Duisburg gebracht, bevor es von dort Ende dieses Jahres als Schwertransport zum Ramsloh gehen soll. „Die A 45 können wir nicht nutzen, weil der Transport für einige Brücken zu schwer ist“, erklärte Börner. Ziel ist es, die Presse im ersten Quartal 2018 in Betrieb zu nehmen.

„Gemeinde ist stolz auf den Mittelstand“

Erfreut über die massiven Investitionen zeigt sich Bürgermeister Jörg Schönenberg, der sich das neue Logistikzentrum im Rahmen einer Betriebsbesichtigung anschaute. „Das ist ein Bekenntnis zu diesem Standort. Uns als Gemeinde ist es ganz wichtig, die vielen mittelständischen Unternehmen in Schalksmühle zu halten“, sagte Schönenberg. Nicht zuletzt deshalb, weil neben dem Erhalt von Arbeitsplätzen die Gemeinde auch über die Gewerbesteuer profitiert: „Betrachtet man die Entwicklung, ist das ein Grund, warum die Gemeinde stolz auf den Mittelstand ist. Für uns bleibt einiges hängen. Dieses Geld können wir wieder investieren. Beispielsweise in die Verbesserung der Infrastruktur.“

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