Bei Kostümen gilt "Am liebsten selbstgemacht"

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Die Schalksmühlerinnen Manuela Neumann (l.), Rabea Eichler und ihre Tochter Lotta feiern nur in selbstgemachten Kostümen Karneval.

Schalksmühle - Ein komplettes Karnevalskostüm zu kaufen, ist für die beiden Schalksmühlerinnen Manuela Neumann und Rabea Eichler ein absolutes Tabu. In Sachen Faschings-Outfit haben die beiden eine strenge Devise.

„Am liebsten selbstgemacht.“ So nähen, schneiden, tackern und kleistern die Närrinnen schon Monate vor dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit an ihren Kostümen. „In den Geschäften bekommt man ja nur Verkleidungen von der Stange. Wir wollen uns aber von der Masse abheben“, erklärt die 44-jährige Manuela Neumann. „Wir wollen lieber etwas Ungewöhnliches und halt Selbstgemachtes tragen“, ergänzt Rabea Eichler, 30 Jahre alt.

Das ganze Jahr über sammeln die Schalksmühlerinnen Ideen für ihre Outfits und lassen sich dabei durch spezielle Faschings-Zeitungen oder auch durch Lieder und Filme inspirieren. Über die Jahre hat sich so ein großer Fundus an außergewöhnlichen Verkleidungen angehäuft. „Wir waren schon mal als Leuchttürme, Sterne, Tiki-Bar oder als zweieinhalb Meter langer Hippie-Bus unterwegs“, erinnert sich Manuela Neumann, die bei den Kreationen ganz auf das schneiderische Talent ihrer Freundin setzen kann.

In ihrer Nähecke: Rabea Eichler.

Berufliche Vorbildung haben die beiden aber nicht – Neumann ist Speditionskauffrau, Eichler Erzieherin. Dafür können die Frauen mit einer Menge Leidenschaft für die jecke Zeit aufwarten: „Wir leben zwar nicht in Köln oder Düsseldorf, aber Karneval liegt uns trotzdem im Blut. In dieser Zeit gehen wir einfach auf. Der 11.11. gehört für uns genauso zu den festen Terminen wie Weihnachten und Ostern“, sagt Rabea Eichler.

Mindestens 20 bis 30 Stunden verbringen die Karnevals-Freundinnen im ersten Obergeschoss im Haus von Rabea Eichler und lassen Pinsel, Nähnadeln und Scheren kreisen. Etwa eine Woche vor dem Karnevals-Wochenende baue sich Zeitdruck auf. „Doch dann kommen uns die besten Ideen“, so Eichler und Neumann, die für grobe Arbeiten auch schon einmal Ratschläge ihrer Männer einholen.

Bislang sind die beiden aber immer pünktlich zu den Karnevals-Feiern fertig geworden. Wie bereits im vergangenen Jahr ist das Ziel der beiden der 6. Februar. Dann steigt bei „ihrem“ Sportverein TuS Linscheid-Heedfeld im Vereinsheim in Kuhlenhagen die große Sause. Und beim anschließenden Kostümwettbewerb waren die beiden „fleißigen Schneiderinnen“ bisher immer auf den vorderen Plätzen mit dabei.

Stress und Zeitdruck gehören für Närrinnen dazu

„Ab 8 Uhr morgens beginnt für uns am Tag der Party die Vorbereitungszeit. Oft müssen wir dann noch ein geeignetes Transportmittel für unsere großen Kostüme finden. Stress gehört aber dazu. Es macht uns tierisch viel Spaß“, sagt Manuela Neumann. Mit ihren ungewöhnlichen Kreationen wollen die beiden Schalksmühlerinnen aber nicht nur sich selbst eine Freude machen. Eichler: „Wir möchten für andere ein Vorbild sein. Der überwiegende Teil kauft seine Kostüme komplett im Laden.“

„Der Zeitmangel spielt hierbei eine Rolle. Heutzutage sind auch die Frauen jobbedingt nicht die ganze Zeit zu Hause. Aber es würde ja schon reichen, wenn man die gekauften Sachen mit etwas Selbstgemachtem aufwertet“, sagt Eichler. Ob nun von der Stange oder aus eigener Herstellung: Der diesjährige Kostümtrend ist für die Karnevals-Expertinnen klar durch Kino-Blockbuster wie Star Wars, Minions und Die Eiskönigin geprägt.

Aber sie rechnen auch – wie in den Jahren zuvor – mit Klassikern wie Dick und Doof, Superman und Blues Brothers. Rabea Eichler: „Hippies sind in der letzten Zeit seltener geworden. Auch Cowboys sieht man immer weniger. Das Spektrum an Kostümen ist einfach sehr weit geworden.“

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