Dritter Prozesstag

Vater soll Töchter missbraucht haben - Mutter sagt aus

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63 Straftaten werden einem 44-jährigen Vater zur Last gelegt. Er soll unter anderem seine leiblichen Töchter sexuell missbraucht haben - auch in Schalksmühle. Am Freitag fand der dritte Prozesstag statt. Die Mutter sagte vor dem Landgericht aus.

Schalksmühle/Hagen - Mutter Schweren sexuellen Missbrauch seiner beiden 2004 und 2005 geborenen Töchter in den eigenen Wohnungen in Schalksmühle und Hagen wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor. Nach dessen Einlassung zu den Vorwürfen, die er unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgegeben hatte, wurde am Freitag auch eine seiner Töchter in nicht-öffentlicher Sitzung vernommen. 

Bei der Vernehmung der Mutter der beiden Kinder war die Öffentlichkeit allerdings zugelassen. Dabei wurde indirekt deutlich, dass der Angeklagte die Vorwürfe offenbar zurückweist. Er und sein Anwalt bemühten sich, die Glaubwürdigkeit der jungen Zeuginnen zu untergraben und ihnen ein ausschweifendes Leben zu unterstellen, mögliche Alternativtäter ins Spiel zu bringen und die Haushaltsführung der Kindsmutter zu diskreditieren. Dadurch wurde im Gerichtssaal viel schmutzige Wäsche gewaschen. Bei seinen Fragen siezte der Angeklagte die Mutter seiner drei Kinder in einer merkwürdig anmutenden Form von Förmlichkeit. 

Geständnisse der Mädchen

Die Aussage der 40-jährigen Mutter, die seit Langem vom Vater der beiden Mädchen getrennt ist, machte es dennoch erheblich wahrscheinlicher, dass an den erhobenen Vorwürfen etwas dran sein könnte: Sie berichtete von Geständnissen der beiden Mädchen, die ihr vom Missbrauch durch ihren Vater berichtet hätten. Eine der beiden sei nach ihrem ersten Bericht mit Tränen in den Augen auf ihrem Arm „zusammengebrochen“. Zuvor hatte die Mutter den zeitweilig durchaus vorhandenen Wunsch ihrer Kinder, bei ihrem Vater zu wohnen, immer wieder ernst genommen und offenbar nicht geahnt, was in deren zweitem Zuhause passierte. 

Möglicherweise war es auch ihrer neuen Familie mit weiteren Kindern geschuldet, dass sie diese Praxis als Entlastung empfand. 2017 zogen die Mädchen dauerhaft in die Wohnung ihres Vaters um. Mittlerweile leben beide Mädchen in einer „Einrichtung“, wie die Mutter sich ausdrückte. Sie berichtete von massiven psychischen Problemen ihrer Kinder: Eine der beiden könne nachts oft nicht schlafen und habe angefangen, sich zu ritzen. Beide Mädchen wollten vor Gericht aussagen, erklärte die Mutter – „egal, wer da sitzt“. 

K.O.-Tropfen im Spiel?

Ein merkwürdiger Bericht, der ebenfalls gegen den Angeklagten spricht, kam von einem eher unbeteiligten Zeugen aus dem Umfeld der Familie. Er erzählte, dass der Angeklagte ihn gefragt habe, ob er ihm sogenannte K.O.-Tropfen besorgen könne. Zur Begründung habe der 44-Jährige angeführt, dass er einer seiner Töchter eine Lektion erteilen und sie dafür ein paar Stunden lang außer Gefecht setzen wolle. Das sei ihm so merkwürdig vorgekommen, dass er dem Angeklagten nicht geholfen habe, berichtete der Zeuge. „Ich habe ihm von Anfang an nicht vertraut.“

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