Lange Anklage im Landgericht

Prozessauftakt: 44-Jähriger wegen 63 Straftaten angeklagt - Töchter missbraucht

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Schalksmühle/Hagen - Ein 44-jähriger Mann soll seine leiblichen Töchter über mehrere Jahre sexuell missbraucht haben – unter anderem in Schalksmühle. Seit Dienstag muss er sich dafür vor dem Landgericht Hagen verantwortet. Insgesamt werden ihm 63 Straftaten vorgeworfen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat am Dienstag im Landgericht Hagen ein 44-jähriger Angeklagter aus Hagen zu den massiven Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung genommen. Die 1. große Strafkammer folgte mit ihrer Entscheidung dem Antrag von Rechtsanwalt Reinhard Holstein-Sander, der seinen Antrag auf einen umfassenden Ausschluss der Öffentlichkeit von der gesamten Beweisaufnahme mit den Schutzinteressen der beiden Hauptbelastungszeuginnen begründete. 

Der Angeklagte soll seine 2004 und 2005 geborenen Töchter in den Jahren 2012 und 2013 in seiner Schalksmühler Wohnung massiv sexuell missbraucht haben. Nach seinem Umzug nach Hagen sollen sich Übergriffe und Vergewaltigungen bis ins Jahr 2019 fortgesetzt haben. Auch die Kammer sah Anlass, die angekündigte Aussage des 44-Jährigen unter Ausschluss der Öffentlichkeit entgegenzunehmen. 

Ausschluss der Öffentlichkeit in manchen Teilen

Es gehe bei der Aussage des Angeklagten um den Vorwurf „nachhaltiger Sexualübergriffe gegenüber seiner Töchter“, begründete der Vorsitzende Richter Jörg Weber-Schmitz den Ausschluss der Öffentlichkeit. Dieser gilt auch für die Vernehmung der Töchter des Angeklagten – falls diese nach der Einlassung des Angeklagten noch gehört werden müssen. Einen generellen Ausschluss der Öffentlichkeit für die gesamte Beweisaufnahme halte er „nicht für angezeigt“, erklärte der Vorsitzende. 

Staatsanwältin Claudia Kersebaum hatte zuvor 63 Anklagepunkte vorgetragen: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dass er nach der Trennung von der Kindsmutter zunächst die Besuche seiner Töchter in seiner Schalksmühler Wohnung für erste Übergriffe genutzt habe. Schon in den Jahren 2012 und 2013 sollen diese von erheblicher Intensität gewesen sein. 

Massiver Missbrauch und Vergewaltigung

Nach dem Umzug nach Hagen soll er die beiden Mädchen in seiner dortigen Wohnung bis zu seiner Inhaftierung im August 2019 weiterhin massiv missbraucht und teilweise vergewaltigt haben. Außerdem soll er eine seiner Töchter angestiftet haben, wegen einer erfundenen Vergewaltigung Strafanzeige gegen zwei Personen zu stellen. 

Nach der Festnahme des Angeklagten soll die Polizei bei einer Durchsuchung seiner Wohnung eine große Menge an kinderpornografischem Material gefunden haben. Laut Anklage nutzte er zeitweise solche Medien, um den Opfern zu zeigen, was sie zu tun hätten. In anderen Fällen soll er die Mädchen mit Drohungen dazu gebracht haben, ihm zu Willen zu sein. 

Die 1. große Strafkammer hat weitere sechs Verhandlungstage vorgesehen, um die Vorwürfe gegen den 44-Jährigen zu prüfen. Nach derzeitigem Stand wird die Öffentlichkeit voraussichtlich nicht umfassend ausgeschlossen.

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