Im Besitz von Kinderpornografie

Therapie abgebrochen: Mann (52) missbraucht seine Nichte vier Jahre lang

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Schalksmühle/Kierspe - Ein Mann aus Kierspe missbrauchte ein Mädchen aus Schalksmühle rund vier Jahre lang. Nun steht er vor Gericht.

Es sind schwere Vorwürfe, denen sich ein 52 Jahre alter Mann aus Kierspe seit Dienstag vor dem erweiterten Schöffengericht im Amtsgericht Lüdenscheid stellen muss. Mehrfachen sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen aus Schalksmühle legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last. 

An einem nicht näher bestimmbaren Tag in der Zeit vom Sommer 1999 bis zum Sommer 2003 soll der Mann seiner 1993 geborenen Nichte in einem Wohnwagen in Schalksmühle ins Höschen gefasst haben. Und das im Beisein des Bruders des mutmaßlichen Opfers. Einige Zeit später soll der Kiersper dann hinter dem Wohnhaus des Mädchens in Schalksmühle, seinen erigierten Penis herausgeholt und seine Nichte aufgefordert haben, ihn anzufassen. Das Kind soll sich vor dem Sperma geekelt haben. Daraufhin soll der Angeklagte dieses weggewischt und das Mädchen den Penis dann angefasst haben. 

Mehrere Vorfälle in Kierspe und Schalksmühle

Bei zwei weiteren Gelegenheiten, einmal in der Wohnung des heute 52-Jährigen in Kierspe und einmal im Kinderzimmer des Mädchens in Schalksmühle, soll er erneut seine Hand ins Höschen geschoben haben. Die Verhandlung verlief recht zäh. Zu einer Aussage des Angeklagten kam es erst gar nicht. Sein Verteidiger erbat ein Gespräch der Prozessbeteiligten. Dieses endete jedoch ohne Ergebnis. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stellte einen Beweisantrag. Sie forderte ein Gutachten, in dem festgestellt werden sollte, ob der Kiersper pädophil und damit eventuell schuldunfähig ist.

Das Gericht zog sich zwar zu einer Beratung zurück, entschied aber noch nicht über den Antrag. Vielmehr erörterte es zunächst das Vorstrafenregister des 52-Jährigen. Der hatte sich bereits zweimal wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften strafbar gemacht. Zuletzt war er im Mai vergangenen Jahres im Amtsgericht Meinerzhagen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. 

Im Besitz von Kinderpornografie 

Damals waren mehr als 700 Bilder mit Kindern und Säuglingen in eindeutigen Posen, teilweise gefesselt und geknebelt, bei ihm gefunden worden. Als Auflage hatte der Richter dem Kiersper aufgegeben, eine Therapie zu machen. Die Bewährungshelferin setzte das Schöffengericht in Lüdenscheid davon in Kenntnis, dass der Angeklagte durchaus Kontakt zur Blauen Brücke in Dortmund aufgenommen, dann aber vereinbarte Termine nicht wahrgenommen hätte. Schließlich habe die Institution die Therapie von ihrer Seite aus abgebrochen. 

„Ich habe nicht den Eindruck, dass er wirklich etwas ändern möchte. Er hat ganz offensichtlich pädophile Neigungen“, wurde die Bewährungshelferin deutlich. Das Gericht äußerte sich noch nicht dazu, ob es ein Gutachten diesbezüglich geben wird. Der Verteidiger kündigte schon einmal an, dass er eine eventuelle Verjährung der Fälle prüfen wollte. Außerdem sei ihm die Anklage nicht konkret genug.

Der Prozess wird am 8. November im Amtsgericht Lüdenscheid fortgesetzt.

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Kommentare

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Kommentare

LäuferAntwort
(0)(0)

Schrecklich und genauso unnötig.
Was hat sich die Autorin dabei gedacht ?
Schreibt sie sonst für die Bildzeitung ?

Annakatharina
(0)(0)

Lebenslang einsperren!

unbekannt
(1)(0)

Der Bericht ist schrecklich mit den ganzen Details