Barock bis Musical

Jugendsinfonieorchester überzeugt in Erlöserkirche

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Mit Carlotta Wareham (Violine) übernahm eine frühere Konzertmeisterin und „Eigengewächs des MJO“ eine Solistenrolle bei dem Konzert in der Erlöserkirche.

Schalksmühle - Mit Mozart’scher Leichtigkeit, Bach zwischen Strenge und Empfindsamkeit sowie dem unvergänglichen, bezwingenden Charme der „My Fair Lady“ spielte sich das Märkische Jugendsinfonieorchester (MJO) am Sonntag in der Erlöserkirche in die Gunst des Publikums. 

Unter Leitung von Thomas Grote glänzten die Musiker, die zuletzt 2008 in Schalksmühle zu Gast gewesen waren, mit einem stilistisch abwechslungsreichen Programm.

Komponisten, die zu ihrer Zeit zu den führenden Künstlern ihrer Generation gezählt hatten, versammelten sie bei ihrem bemerkenswerten Brückenschlag „Vom Barock bis zum Musical“ des 20. Jahrhunderts. 

Vielversprechender Dirigent

Als Solistin wirkte Carlotta Wareham (Violine), die Grote als „Eigengewächs des MJO“ einführte, mit. In Oliver Körner lernte das Publikum in der gut besuchten Kirche zudem einen vielversprechenden Dirigenten kennen. 

Die jungen Musiker überzeugten das Publikum mit einem stilistisch abwechslungsreichen, anspruchsvollen Programm.

Den erst 14-jährigen, von italienischen Vorbildern beeinflussten Mozart lernten die Zuhörer in der Ouvertüre zur frühen Oper „Mitridate“ KV 87, die bei der Uraufführung 1770 in Mailand sechs Stunden dauerte, kennen. Als homogener, wunderbar harmonierender Klangkörper stellte sich das junge Orchester schon hier unter der einfühlsam gestaltenden Hand seines Dirigenten vor. 

Strenge und Empfindsamkeit vereinte das Konzert Nr.1 a-Moll BWV 1041 von Johann Sebastian Bach mit Carlotta Wareham als virtuoser Solistin. Schnelle Ecksätze umrahmten einen ruhigen, berührenden Mittelsatz, dessen Innigkeit und Gefühlstiefe die junge Interpretin glänzend herausarbeitete. Bachs Auseinandersetzung mit Vivaldi war dem Werk, das in mehreren Fassungen vorliegt, deutlich anzumerken. Die hohen spieltechnischen Anforderungen des auf die Klassik vorausweisenden Stücks meisterte Carlotta Wareham, von den Streichern des MJO getragen, mit Bravour. 

Romantische Sinfonie

Eine romantische Sinfonie für kleine Besetzung brachte das Orchester mit Charles Gounods Petite Symphonie pour vents (Kleine Sinfonie für Bläser B-Dur) zur Aufführung. Als Dirigent geleitete Oliver Körner die Bläser durch das viersätzige, mit der Operette kokettierende Werk. 

Bei der Petite Symphonie pour vents von Charles Gounod mit Oliver Körner am Dirigentenpult unterstrich das MJO seine Qualitäten.

Ein großer Wurf gelang dem MJO mit Haydns Sinfonie Nr. 99 Es-Dur. Anhand des Scherzos, das denen Bachs ähnelte, im Detail jedoch mit vielen Raffinessen aufwartete, erläuterte Thomas Grote die Verdienste Haydns um die Sinfonie. Beispielsweise habe Haydn bei der Besetzung erstmals zwei Klarinetten eingesetzt und ihnen auch sogleich solistische Aufgaben zugewiesen. Zündend, voller Geist, Esprit und jugendlicher Frische meisterten die Jugendlichen das immens schwierige, zu den berühmten Londoner Sinfonien gehörende Werk. 

Gleichsam als „Rausschmeißer“ und nachklingenden Ohrwurm für den Nachhauseweg legte das MJO ein Medley der beliebtesten Melodien aus dem Musical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe auf. Das MJO mit allen Registergruppen stimmte in den Welterfolg um den eingefleischten Junggesellen Dr. Higgins und das Blumenmädchen Eliza Doolittle, das zur feinen Lady wird, ein. Sogar die Harfe gesellte sich der Hommage an das Musical hinzu.

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