Pflege – eine verantwortungsvolle Aufgabe

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Interessiert folgten die Zuhörer den Ausführungen von Altenpfleger und Pflegeberater Florian Wilms, der am Donnerstagabend in der evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld zu Gast war.

Schalksmühle - Laut Umfrage fühlen sich 83 Prozent der Menschen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, stark bis sehr belastet. Zeitliche, psychische und soziale Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Wo und wie pflegende Angehörige Unterstützung finden, fasste Florian Wilms, examinierter Altenpfleger und Pflegeberater, am Donnerstagabend beim Männerabend der evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld in einem fundierten Vortrag zusammen.

„Belastungen pflegender Angehöriger – welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?“ lautete das Thema seines sorgsam ausgearbeiteten Referats. Anschaulich und kompetent brachte der Schalksmühler seinen Zuhörern – darunter auch Frauen – im Gemeindehaus das aktuelle Thema, das aufgrund des demografischen Wandels immer mehr Menschen betrifft, nahe.

Grundlage seiner Ausführungen war die Abschlussarbeit seines Bachelorstudiengangs Pflege an der evangelischen Fachhochschule in Bochum. Graphiken und Zahlen lockerten das gesprochene Wort auf. Wie gewohnt ging ein geistliches Wort dem Vortrag voran. Als Ausführender legte Thomas Schulze-Ardey aus dem Vorbereitungsteam des Männerabends die Tageslosung aus. Das bekannte Zitat: „Pflege kann nur gut gehen, wenn es den Pflegenden selbst gut geht“ (Jansen, 1995) stellte Florian Wilms seinen Ausführungen voran.

Ausgehend vom demografischen Wandel schlüsselte er Schlagworte wie Pflegebedürftigkeit, Belastungen pflegender Angehöriger sowie entlastende und unterstützende Angebote auf. Die Situation vor Ort, ferner der Kümmerring – eine erste Anlaufstelle für Hilfe suchende Menschen in der Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld – waren Teil seiner Ausführungen.

Wunsch nach mehr finanzieller Hilfe

Als besonders belastend für pflegende Angehörige bezeichnete der Student die Überforderung durch die große Verantwortung und die stete Sorge, Familie, Freunde und Job durch die Pflege zu vernachlässigen. „Pflegerische Sorge ist ein Fulltime-Job“, erklärte er. Gewünscht von vielen würden unter anderem eine finanzielle Unterstützung, eine angemessene Pflegeeinstufung und weniger Bürokratie.

Als Hauptursachen für die geringe Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten machte Florian Wilms einen erschwerten Zugang zu Netzwerken aufgrund von bürokratischen Prozeduren und komplexen Verfahren sowie Schwierigkeiten, die Angebotslandschaft zu überblicken, aus. Um eine Versorgungslücke zu vermeiden, müssten bestehende Pflegearrangements gestärkt und neue Ressourcen gefunden werden. Die Situation pflegender Angehöriger könne durch einen pflegerischen Versorgungsmix – ambulante Dienste, Tages- und Kurzzeitpflegen, Besuchs- und Betreuungsdienste, neue Wohnformen und Informationsangebote – verbessert werden. Ressourcen entdeckte er in der Einbindung Ehrenamtlicher. Rede und Antwort stand der Referent in der regen Diskussion, die sich dem Vortrag anschloss.

Am 28. August findet der nächste Männerabend statt. Auf dem Programm steht dann eine Wanderung nach Kleinendrehscheid.

Jakob Salzmann

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