Lieder mit ganz viel Berliner Schnauze

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Kristina Schulte und Cud Kegel hatten ein buntes Programm mit beschwingten Liedern aus der Blütezeit der Berliner Revuen mit nach Schalksmühle gebracht und setzten sie auch ein wenig schauspielerisch in Szene. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Berlinerisch wurde es gestern Vormittag im Schalksmühler Rathausfoyer. Das galt sowohl für die Lieder, die Cud Kegel und Kristina Schulte begleitet von Gebhard Reichmann am Klavier präsentierten als auch für die Moderationen, die der gebürtige Berliner Cud Kegel mit einem Hauch Berliner Schnauze würzte.

„Der Berlina liebt Musike“ hieß das Programm des Foyerkonzerts, zu dem rund 50 Zuhörer ins Rathaus gekommen waren. Diese wurden nicht enttäuscht: Mit Melodien vor allem aus der Blütezeit der Revuen Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten sie einen fröhlichen, bisweilen auch frechen und ein wenig frivolen Vormittag.

Lieder wie „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ oder „Die Männer sind alle Verbrecher“ bis hin zum Finale mit „Das ist die Berliner Luft“ luden teilweise auch zum Mitsingen ein. Allerdings mussten die Schalksmühler lernen, dass es „det“ und nicht „das“ heißt. Theatermann Cud Kegel hatte außerdem gemeinsam mit Kristina Schulte einige Schauspieleinlagen zu den Liedern einstudiert, die den Spaß am Zuhören noch vermehrten. Als Polkakönig tanzte Kegel auch mal mit seiner Partnerin durch den Saal. Bei anderen Stücken spazierten sie zwischen den Reihen der Zuhörer hindurch. Dazu erwies sich der Tenor als Quizmaster, der für richtige Antworten – beispielsweise zum Alter von Berlin oder Schalksmühle – eine Flasche Berliner Weiße springen ließ.

Insbesondere Couplets von Otto Reutter hatten die drei Musiker in ihrem Programm. Da ging es um Männer und Frauen, aber auch um die Sozialkritik jener Zeit um den Ersten Weltkrieg – und nicht zuletzt um die alte und neue deutsche Hauptstadt, ihre Stadtteile und ihre Bewohner. Stücke wie „Der Überzieher“, von der „Kleinen Witwe“ auf der Suche nach dem dritten Ehemann oder, noch böser, vom Ehepaar beim Einkaufen erklangen.

Auch Paul Lincke durfte als Komponist in diesem Programm nicht fehlen, – nicht nur mit der „Berliner Luft“ – und so sang Kristina Schulte als Witwe Pusebach, ebenfalls aus „Frau Luna“, „O, Theophil“. Eine kleine Hommage an seinen eigenen Heimatstadtteil Weißensee hatte Kegel darüber hinaus ins Programm genommen. ▪ gör

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