Lernvideos bereiten junge Leute auf Fahrprüfung vor

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Fahrlehrer Björn Beindorf bietet seine Fahrschülern Videos an, mit denen sie sich an reale Verkehrsssituationen in Halver und Umgebung gewöhnen können.

Schalksmühle - Fahrschüler müssen nicht nur in der Führerscheinprüfung, sondern auch im späteren Autofahrer-Leben mit kniffligen Situationen auf der Straße rechnen. Um sie reaktions-fit zu machen, hält Fahrschulinhaber Björn Beindorf jetzt Erklär-Videos von den Straßen der Umgebung bereit. Aufgezeichnet hat er die Szenen zusammen mit dem Unternehmen Driverscam.

Nach Lüdenscheid zum Tüv – ein Weg, auf den sich viele Schalksmühler Autofahrer begeben. Das entsprechende Erklär-Video leitet den Fahrschüler bei seinem letzten Abbiegemanöver an: „Dann geht’s rechts weiter zum Tüv. Damit hier jetzt nicht in letzter Sekunde noch ein Unfall passiert, solltest du auf jeden Fall den ersten Gang nehmen. Denn sonst kommst du ganz schnell mal in den Gegenverkehr“, sagt die Stimme. Schriftlich eingeblendet sind die Worte „Erster Gang!“. Aus Fahrersicht zeigt das Video den Abbiegevorgang.

Durch Zuschauen Sicherheit gewinnen

Komplizierte Vorfahrtsregelungen, unübersichtliche Kreuzungen und Fußgänger, die unerwartet die Straße überqueren – auf verschiedene Gegebenheiten muss ein Pkw-Fahrer intuitiv richtig reagieren. Fahranfänger müssten aber erst die Routine entwickeln, um das leisten zu können, erklärt Beindorf im Gespräch mit der Redaktion. „Mit den Video-Lernkarten gewinnt der Fahrschüler Erfahrung darin, Situationen einzuschätzen. Und das bevor er im wahren Leben hinter dem Steuer sitzt und reagieren muss.“

Ziel des neuen Angebotes sei keinesfalls, dass die Schüler ihren Prüfungsort mit seinen Tücken in und auswendig kennen, sondern dass sie mit Verkehrszeichen und grundsätzlich schwierigen Verkehrssituationen vertraut würden, so der Fahrlehrer.

Um die Szenen im Umkreis der Fahrschule zu drehen, sei einiges an Aufwand nötig gewesen, erklärte Beindorf. Zusammen mit einem Driverscam-Mitarbeiter war er vor etwa sechs Wochen durch Schalksmühle, Halver und Lüdenscheid gefahren – zwischen Fahrer- und Beifahrersitz eine Videokamera. Und die zeichnete aus Fahrerperspektive auf, wie Beindorf und der Kameramann beispielsweise durch Einbahnstraßen fuhren, sich auf verwinkelten Parkplätzen zurechtfanden und sich im Zuge eines Spurwechsels richtig einfädelten.

Als die etwa 60 Situationen von der Straße im Kasten waren, kümmerte sich Driverscam um die Nachbearbeitung und Vertonung. „Achte auf das Durchfahrt-verboten-Schild“, sagt jetzt die Stimme in einer der fertigen Videosequenzen, als das rot-weiße Verkehrsschild ins Sichtfeld rückt.

In Ton und Bild und mithilfe der Fahrerperspektive werde dem Betrachter vermittelt, auf was er in welcher Situation zu achten hat, erklärt Beindorf.

Situationen schnell überblicken

Auf das digitale Angebot können die Fahrschüler online mit ihren eigenen Zugangsdaten zugreifen. Und wenn es auf die Fahrprüfung zugeht, können sie im Praxistest wie in der Theorie-Prüfung zu einzelnen gefilmten Situationen Fragen beantworten. Beindorf zahlt monatlich etwa 300 Euro an Driverscam, sagt er. „Das lohnt sich. Nach den ersten Wochen bemerke ich, dass die Schüler, die viel in dem Programm unterwegs sind, einen deutlich besseren Überblick haben als andere.“ - Von Kristina Köller

www.driverscam.de

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