Leerstand in Schalksmühle: So soll der Ortskern belebt werden

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Wenig attraktiv wirkt der Ortskern in Schalksmühle an einigen Stellen. Das Foto zeigt einen Teil der Bahnhofstraße.

Schalksmühle – In der Sitzung des Hauptausschusses gab Bernd-Martin Leonidas von der Gemeinde Schalksmühle einen Überblick über den Stand des Leerstandsmanagements und stellte den Anwesenden die Idee eines Regionalmarkts vor, mit der die Attraktivität des Ortskerns gesteigert werden soll.

Über das Gewerbeflächenportal der Gesellschaft für Struktur- und Wirtschaftsförderung im Märkischen Kreis mbH (GWS) können Besitzer von Gewerbeimmobilien und -flächen seit Februar 2019 diese Objekte kostenlos online sichtbar machen.

Auf diesem Wege lassen sich die Flächen und Immobilien in der Datenbank auch suchen. Die neu strukturierte Navigation der gemeinde-Webseite leite nun über den Punkt „Gewerbeansiedlungen“ im Menü „Wirtschaft“ auch zum Gewerbeflächenportal hin, wie Leonidas in der Sitzung erklärte.

Fehlende Rückmeldung

Aufgrund fehlender Rückmeldung würden Eigentümer leerstehender Gewerbeimmobilien nun persönlich angeschrieben und über das Angebot der Gemeinde informiert, die Immobilien in die Datenbank einzutragen. „Da viele nicht in Schalksmühle wohnen, ist das durchaus sinnvoll“, sagte Bürgermeister Jörg Schönenberg.

Insgesamt gebe es derzeit 13 Leerstände, führte Leonidas aus. Die kleinteilige Geschäftsstruktur mache die Suche nach Interessenten allerdings schwierig, da dies nicht mehr den heutigen Anforderungen für ein Ladenlokal entspricht.

In Gesprächen hätten Interessenten insbesondere gesagt, dass die Immobilien zu klein seien. „Es gab keine Anfragen für Leerstände bis 200 Quadratmeter, alles war von 200 Quadratmetern aufwärts“, erklärte Leonidas. „Und immer kam die Frage, ob man Flächen zusammenlegen könne.“ Selbst dadurch ließen sich aber keine Flächen von 400 Quadratmetern aufwärts realisieren. Beispielsweise habe es eine Anfrage für den Artis-Leerstand gegeben, die Fläche hin zum Bistro-Leerstand zu vergrößern. Aber hier sei die Miete für den Interessenten zu hoch gewesen.

Auch die geringe Frequenz hätten Interessenten angesprochen, sagt Leonidas. „Wir sollten die Attraktivität des Ortskerns nicht aus den Augen verlieren“, befindet der Leerstandsmanager. Die Aufenthaltsqualität und damit die Frequenz soll neben den laufenden baulichen Maßnahmen auch durch eine bessere touristische Vermarktung erhöht werden. Erster Schritt dazu soll ein Markt sein.

„Wir möchten einen regionalen Markt in Schalksmühle etablieren“, sagt Leonidas. Ansatzpunkt ist das Leader-Projekt „Regionalvermarktung“ des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, der Produzenten von regionalen Lebensmitteln und die Gastronomen vor Ort zusammenbringt. Mit 65 Prozent könne ein Markt laut Leonidas gefördert werden. In einer ersten Rückmeldung habe das Leader-Regionalmanagement hervorgehoben, dass Gastronomie und Kultur eine wichtige Rolle spielen sollten, der Markt einen Eventcharakter haben sollte.

Live-Cooking und Workshops

Entsprechend ist in der Projektskizze ein Rahmenprogramm mit musikalischen oder künstlerischen Beiträgen sowie Live-Cooking, Verköstigungen, Workshops zum Thema Regionale Produkte/Lebensmittel oder Aktionen für Kinder angedacht. „Wenn, dann muss es knallen“, sagte Leonidas zu dem Markt. Bürgermeister Schönenberg unterstützte die Idee und sagte, dass man dazu auch die von der Gemeinde angeschafften Markthütten nutzen könne. Schönenberg sprach sich dafür aus, den Leader-Antrag für den Eventmarkt zu stellen.

Die Idee für den Markt kam auch bei den Ausschussmitgliedern gut an. Lutz Schäfer (SPD) und Klaus Nelius (UWG) befürworteten die Idee, auch Jan Schriever (FDP) äußerte Unterstützung, forderte aber weitere Schritte: „Ich denke, es reicht nicht, so eine Veranstaltung zu machen. Das kann nur der Auftakt sein, um zu zeigen, wie attraktiv die Innenstadt ist.“

Auch André Krause (CDU) unterstützte das Projekt, hielt es aber ebenfalls nur für einen Anfang. „Es geht dem Einzelhandel nicht unbedingt rosig“, sagte Krause. Es sei schwierig für die Geschäftsleute, Gewinne zu generieren.

Bernd Müller (UWG) sprach eine frühere Idee an, die Schaufenster der Leerstände als Ausstellungsfläche für Gewerbetreibende zu nutzen. „So ist das optisch eine Katastrophe“, sagte Müller und wollte wissen, was in der Richtung unternommen wurde. Unter anderem der Heimatverein werde einige Fenster beim Gemeindefest für eine Ausstellung nutzen, sagte Leonidas. Erste Priorität für das Leerstandsmanagement habe aber, die Leerstände sichtbar zu machen. Müller forderte trotzdem in der Richtung mehr zu tun: „Das funktioniert nur, wenn Sie sich dahinterklemmen.“

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