Lautlos und umweltfreundlich

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Bastian Reikowski mit seinem weiß-grünen Smart. Mit dem E-Auto kann der 24-Jährige rund 155 Kilometer am Stück zurücklegen. „Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl.“

Schalksmühle - Wenn Bastian Reikowski mit seinem weiß-grünen Smart um die Ecke fährt, hört man – nichts. Denn das Auto des 24-Jährigen ist ein Elektrofahrzeug und damit emissionsfrei und geräuschlos. Während viele die Technologie als noch nicht ausgereift verurteilen, ist Reikowski Verfechter der E-Fahrzeug-Bewegung – und Mitinitiator der Hagener Initiative „EcoDrive-NRW“.

Von Alisa Kannapin

Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass innerhalb eines Jahres 111 Elektrofahrzeuge über die Hagener Straßen fahren. Aktuell sind es 67. Langfristiges Ziel soll es aber sein, nicht nur in Hagen, sondern auch in anderen Kommunen deutlich zu machen, dass Elektromobilität schon jetzt in der Praxis funktioniert.

Dass das möglich ist, zeigt Bastian Reikowski, Sprecher der Initiative, bereits seit 2012. In dem Jahr schaffte er sich nämlich sein erstes Elektro-Fahrzeug an, den Renault Twizy. „Ich habe im Fernsehen eine Werbung für das Auto gesehen und war gleich ganz begeistert. Die Probefahrt hat dann auch viel Spaß gemacht, und so habe ich mir den Twizy als Zweitwagen zugelegt“, sagt Reikowski, der in Schalksmühle aufwuchs und seit Kurzem in Dortmund wohnt. Das Fahrgefühl sei in einem Elektrofahrzeug ganz anders. „Die Autos beschleunigen besser, da lässt man an der Ampel so manchen Verbrennermotor hinter sich.“

Neben dem Twizy fuhr Reikowski einen Diesel-Kombi. Er merkte aber schnell, dass er so viel Platz im Auto gar nicht braucht und trotz der höheren Anschaffungskosten günstiger mit einem Elektrofahrzeug unterwegs wäre. Also kam der Kombi weg, der Twizy schließlich auch und Reikowski sattelte auf den Smart um. Das Auto kostete 17 000 Euro, die spezielle Vollkasko-Versicherung 325 Euro im Jahr. Zudem fallen viele Unterhaltungskosten weg. „Ein teurer Ölwechsel ist zum Beispiel nicht mehr nötig.“

Für ihn die beste Entscheidung. Da der Strom an den Ladesäulen derzeit meist noch kostenlos ist, hat Reikowski bisher nur rund 100 Euro für Energie ausgegeben. Dass der E-Smart mit seinen 75 PS auch auf längeren Strecken funktioniert, zeigte sich bei einer Fahrt zur Nordsee. „Ich habe vorher geschaut, wo die Säulen liegen und dann dementsprechend Pausen eingeplant. Dadurch verändert sich auch das Reisen, weil man in den Ladezeiten noch kleine Ausflüge machen kann und nicht einfach so von A nach B fährt.“ Der Smart lädt sich, an eine Starkstromdose angeschlossen, innerhalb einer Stunde auf.

Nachteilig sei aber, das gibt er zu, die bisher schlecht ausgebaute Lade-Infrastruktur. Das müsse gerade im ländlichen Raum noch stärker forciert werden. In Schalksmühle könnte sich der 24-Jährige zum Beispiel am demnächst neu gestalteten Rathausplatz eine Ladesäule vorstellen.

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