Langjähriger Streit

Nachbarn zanken sich vor Gericht - Mieter schlägt seinen Vermieter

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Schalksmühle/Lüdenscheid - Wegen einer Körperverletzung landet ein langjähriger Streit unter Nachbarn vor Gericht. 

Seit einigen Jahren herrscht zwischen Mieter und Vermieter eines Hauses in Schalksmühle alles andere als ein freundschaftliches Verhältnis. Wann immer die Beiden aufeinandertreffen, gibt es gegenseitige Beleidigungen und Drohungen. Und so wundert es nicht, dass eine Begegnung am 28. Juni 2019 kein gutes Ende nahm. Der Fall landete letztlich im Amtsgericht Lüdenscheid, wo der Mieter wegen Körperverletzung angeklagt war. 

Am Tattag sei er gerade dabei gewesen, den Flur zu fegen, als er den Vermieter habe kommen sehen, so der 39-Jährige. Um erneuten Ärger zu vermeiden, habe er sofort Besen und Dreckhaufen zurückgelassen und sei in seine Wohnung verschwunden. Kurz darauf habe der Vermieter vor seiner Tür gestanden und ihn als Schwein bezeichnet, das endlich ausziehen solle. Zudem habe der Vermieter den zusammengekehrten Haufen verteilt. Das habe er sich nicht bieten lassen wollen, so der Angeklagte. 

Ohrfeige verpasst

Er sei dem Mann hinterher, um ihn zur Rede zu stellen. Sofort sei der Vermieter aggressiv auf ihn losgegangen, habe mit einem Schlüsselbund vor seinem Gesicht herumgewedelt. „Da habe ich ihm im Affekt eine Ohrfeige gegeben. Er war sehr nah, da habe ich mich gewehrt. Für mich war es eine Notwehrsituation“, gab der Schalksmühler zu. Der Geschädigte habe sich derart erschrocken, dass er gestürzt und mit dem Gesicht auf den Boden gefallen sei. Am Ende hatte er eine Schnittwunde am Auge und einen geprellten Daumen.

Bei einer polizeilichen Vernehmung hatte der Vermieter angegeben, der Angeklagte hätte ihm mindestens zehnmal mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihn am Kragen gepackt und in Richtung Leitplanke geschoben. Das stritt der 39-Jährige ab. „Ich weiß nicht, was man mit Ihnen beiden machen soll“, erklärte der Richter mit Blick auf zahlreiche gegenseitige Anzeigen. „Im Endeffekt wird es um die Frage gehen, ob es eine Notwehrsituation war.“ 

Der als Zeuge geladene Vermieter war nicht zum Prozess erschienen. Und so endete der Tag für den Angeklagten mit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 200 Euro. Für den Hartz-IV-Empfänger viel Geld. „Wollen Sie nicht mal ausziehen“, wollte der Richter noch wissen. „Ich bin dabei“, erwiderte der 39-Jährige.

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