Gestank in Heedfeld: Kreis sieht keinen Handlungsbedarf

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Betriebe im Gewerbegebiet Heedfeld-Süd stehen bei manchen Anwohnern in der Kritik. Jetzt reagierte der Märkische Kreis auf eine Anfrage der Linkenfraktion.

Heedfeld - Beschwerden über Gerüche aus dem interkommunalen Gewerbegebiet Heedfeld-Süd gibt es nicht erst seit dem vergangenen Jahr. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die jetzt die Kreistagsfraktion der Linken vom zuständigen Fachdienst des Märkischen Kreises erhielt.

Demnach wurde bereits im Oktober 2014 der Gestank von Lösemitteln beklagt, der aber „nach Windverteilung des Wetterdienstes Lüdenscheid deutlich unter zehn Prozent der Jahresstunden liege“, wie es nach Prüfung hieß. Das heißt: Es muss häufiger als 876 Stunden pro Jahr eine Belästigung vorliegen. 

In der Folge kam es im Zeitraum von Februar 2015 bis zuletzt Januar 2018 immer wieder zu Beschwerden über Geruchsbelästigungen und Lärm, auf die mit Messungen reagiert worden sei. Dabei seien entweder die zulässigen Nachtwerte jeweils eingehalten worden oder die Beschwerden wurden als unbegründet betrachtet, teils auch zurückgezogen. 

Ernste Konsequenzen im Januar 2017 

Ernste Konsequenzen hatte aber erst eine Beschwerde, die Anfang Januar 2017 erfolgte: Im Anschluss musste die betroffene Firma ihre Lärmquelle außer Betrieb setzen. Weitere Beschwerden über Gerüche, „anscheinend von der Firma Eibach Oberflächentechnik (EOT) ausgehend“, gab es in der Folge durchaus. 

Doch diese blieben ohne Folgen. Mal, weil Nachtwerte eingehalten worden seien, mal, weil bei einer Überprüfung Gerüche kaum oder gar nicht wahrgenommen wurden. Des Weiteren heißt es in der Stellungnahme, dass für die kommende Woche mit einem Gutachten gerechnet werde, das die Bezirksregierung vom Betreiber der in Frage stehenden Anlage eingefordert hat. 

Aber: Bereits jetzt sei davon auszugehen, dass es zu keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen komme. „Die Geruchsschwelle für lösungsmittelhaltige Luft ist sehr gering; das heißt, schon bei minimalen, gesundheitlich völlig unbedenklichen, Konzentrationen von Geruchsstoffen in der Luft wird vom Menschen ein – meist störender – Geruch wahrgenommen.“ Dieser wird aber als unbedenklich erachtet.

„Im Dialog mit Betreiber“ 

Der Märkische Kreis habe dennoch im Dialog mit dem Betreiber Maßnahmen abgestimmt, um die Ablufterfassung durch „Kapselung der Produktionseinrichtungen und der Transportwege zu optimieren“, wie es heißt. Eine Geruchsmessung stehe noch aus, werde jedoch nach vollständiger Optimierung der Abluftanlage durchgeführt. 

Insgesamt habe es im Genehmigungsbescheid für die Firma seinerzeit 25 Auflagen gegeben, in denen der Einsatz, Umgang, die Reinigung der Stoffe und mehr geregelt würden. Nach Fertigstellung der Anlage sei die Einrichtung überprüft worden. Zuletzt im Zeitraum 18. bis 20. Januar 2016 – dabei sei nachgewiesen worden, dass die Grenzwerte der Emissionen „deutlich unterschritten wurden“. 

Keine Erkenntnisse zu Wert-Überschreitung 

Die Kreisverwaltung weist zudem darauf hin, dass gemäß der Geruchsimmissions-Richtlinie (Girl) Geruchsbelästigungen im Umfeld eines Betriebs in gewissem Umfang hinzunehmen seien. 

Landrat Thomas Gemke weist in seinem Schreiben aber „ausdrücklich darauf hin, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine belastbaren Hinweise darauf bestehen, dass eine Überschreitung der nach Girl maximal zulässigen Jahresstunden mit wahrnehmbaren Gerüchen vorliegt“. Vielmehr verhalte sich das Unternehmen EOT in Abstimmung mit der Unteren Immissionsschutzbehörde ausgesprochen kooperativ und konstruktiv. Vorbehaltlich weiterer Messergebnisse und des ausstehenden Gutachtens bestehe also derzeit kein weiterer Handlungsbedarf.

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