Beitrag zum Klimaschutz

Jedes Jahr einen Baum: Landfrauen pflanzen seit 24 Jahren

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Klimaschutz im Blick: Die Landfrauen pflanzen jedes Jahr einen anderen Baum.

Schalksmühle - Seit dem Jahr 1995 treffen sich die Mitglieder des Landfrauenverbands Schalksmühle-Heedfeld jährlich am Montag nach dem Erntedankfest und pflanzen einen Baum. So leisten sie seit nunmehr 24 Jahren einen Beitrag zum Klimaschutz.

„1995 hat der Deutsche Landfrauenverband (DLV) als bundesweite Aktion dazu aufgerufen einen Baum zu pflanzen“, erklärt Renate Fischer, 1. Vorsitzende des Landfrauenverbandes Schalksmühle-Heedfeld und erzählt weiter: „Wir haben es dann einfach so beibehalten und sind damit tatsächlich der einzige Ortsverband.“ 

In diesem Jahr war der DLV zu Gast bei Familie Trimpop in Mummesohl, wo ein Apfelbaum der Sorte Braeburn gepflanzt wurde. „Wir pflanzen jedes Jahr einen Obstbaum, weil diese sehr pflegeleicht sind und bei den hier herrschenden Witterungen sehr gut wachsen“, erklärt Renate Fischer, die zu Beginn der Pflanzaktion eine kleine Rede vorbereitet hatte, in der es beispielsweise heißt: „Wir haben durch unsere Monokulturen den Schädlingsbefall so massiv in den Fichten, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, außer die Bäume zu fällen.“ 

Nicht nur die Schädlinge sind ein Problem

Doch nicht nur die Schädlinge stellen für den Waldbestand ein Problem dar. Im Waldzustandsbericht 2018 des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen wurde dargelegt, dass der Zustand der heimischen Wälder seit Beginn der Erstellung dieser Berichte im Jahr 1984 nie schlechter war. „Die Gründe dafür sind durchaus vielfältig. Zuerst traf der Sturm Friederike im Januar Nordrhein-Westfalen besonders schwer und führte zu großen Schadensflächen Sturmwurfflächen“, steht in dem Bericht geschrieben und weiter heißt es: „Dann begann bereits im April der Hitzesommer 2018, der bis in den Herbst hinein andauerte. Großer Trockenstress schwächte stark die Vitalität und Abwehrkräfte der Bäume.“ 

"Die Bäume sind unsere Zukunft"

Dass der Wald, der auch als Lunge der Erde bezeichnet wird, eine große Bedeutsamkeit für den Erhalt unseres Planeten hat, ist hinlänglich bekannt und auch deshalb sind die Schalksmühler und Heedfelder Landfrauen in diesem Gebiet aktiv. „Die Bäume sind unsere Zukunft. Wir machen uns Gedanken um unsere, aber auch die Zukunft unserer Kinder. Gerade ihnen wollen wir eine lebenswerte Zukunft schaffen“, verrät Renate Fischer. 

Auch im Waldzustandsbericht spielt dieses Thema eine Rolle und ein Lösungsansatz ist dort ebenfalls aufgeführt: „Stabile Waldökosysteme sind für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen unerlässlich. Das Ziel der Landesregierung ist vor allem die Erhaltung und Schaffung von standortgerechten Mischwäldern.“

Auswirkungen auf den Waldbestand im Blick

Für Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen steht es außer Frage, dass der Klimawandel eine große Auswirkung auf den Waldbestand hat. Im Vorwort des Waldzustandsberichtes schreibt sie: „Der Klimawandel ist vor allem in der weltweiten Perspektive dramatisch. Doch auch für Deutschland und für Nordrhein-Westfalen gilt: Die ersten massiven Folgen der globalen Erwärmung sind bei uns längst zu spüren. Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Folgen des Klimawandels in den Wäldern Nordrhein-Westfalens für uns eine neue und große Herausforderung sind.“ 

Außerdem erklärt die gebürtige Kölnerin: „Die Wälder Nordrhein-Westfalens sind unser wertvolles Naturerbe. Der Wald ist wichtig für die Luftreinhaltung, den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und die Artenvielfalt. Zugleich ist er Produktionsstätte des nachwachsenden Rohstoffs Holz und damit Ausgangspunkt einer Wertschöpfungskette, die angesichts des Klimawandels immer bedeutender wird.“ 

Jubiläum in 2020

Dass die Landfrauen aus Schalksmühle und Heedfeld seit mittlerweile 24 Jahren einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, dürfte Ursula Heinen-Esser sicherlich erfreuen. Auch im kommenden Jahr soll wieder ein Baum gepflanzt werden. Dann feiern die Landfrauen das 25-jährige Jubiläum ihrer Baumpflanz-Aktion. Dabei hoffen sie auch darauf, dass sich der hiesige Waldbestand wieder erholt, wie sie bei der diesjährigen Baumpflanzung erklärten: „Dieser Baum steht für einen hoffentlich bald wieder gesunden, grünen Waldbestand“, so die 1. Vorsitzende abschließend.

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