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Kollaps auf B54? Bald noch mehr Verkehr auf A45-Umleitung

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Von: Thomas Machatzke

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Die B54 muss halbseitig gesperrt werden – weil eine Stützmauer abzubrechen droht.
Auf die Bundesstraße 54 in Schalksmühle düfte erheblich mehr Verkehr zukommen, wenn die Landesstraße 528 zwischen Hagen und Breckerfeld gesperrt wird. © Jan Schmitz

Die Landesstraße 528 zwischen Breckerfeld und Hagen steht vor einer längeren Vollsperrung. Das könnte massive Auswirkungen für Schalksmühle mit sich bringen.

Schalksmühle - Die Glörstraße, die aus Dahlerbrück hinauf zur Glörtalsperre führt und danach steil weiter bis zur Ennepetalsperre und in den Breckerfelder Ortsteil Branten, gehört nicht zu den viel befahrenen Straßen der Region. Noch nicht. Eine Baumaßnahme des Landesbetriebs Straßen.NRW dürfte dies in den nächsten Wochen und Monaten grundlegend ändern.

In der zweiten September-Hälfte will der Landesbetrieb die Sanierung der Landesstraße 528 zwischen Hagen und Breckerfeld in Angriff nehmen. Genau genommen geht es um das bergige Teilstück zwischen der Selbecke in Hagen und dem Ort Zurstraße. Die Landstraße kann die Sanierung gut vertragen – doch die Maßnahme wird ausstrahlen bis nach Schalksmühle. Womöglich bis Ende des Jahres, so lange dürfte die Baustelle erhalten bleiben.

Das Problem ist, dass die Straße nicht breit genug ist, um die Sanierungsarbeiten parallel zu einem einspurig weiterlaufenden Verkehr durchzuführen. Also wird Straßen.NRW die Landesstraße sperren. Das ist für die Anwohner und Betriebe entlang der Strecke besonders bitter. Doch auch diejenigen, die die Strecke von Halver über Breckerfeld nach Hagen regelmäßig nutzen, werden sich umstellen müssen – sie werden nun offiziell durch Dahlerbrück geleitet und sollen über die Volmestraße (B54) den Weg nach Hagen ansteuern. Die offizielle Umleitung führt ab Branten über die Glörstraße bis nach Dahlerbrück und dann auf die B54 nach Hagen. Diese Umleitung darf auch von Lkw bis 40 Tonnen befahren werden. Auf anderen Ausweichrouten – zum Beispiel zwischen Breckerfeld und Priorei – ist dies nicht gestattet.

Für den Verkehr auf der B54 bedeutet dies: Es wird schon sehr bald sehr viel voller auf der Bundesstraße, die seit der Sperrung der A45-Talbrücke Rahmede auch als Ausweichstrecke genutzt wird von denen, die den Staus im Lüdenscheider Stadtgebiet aus dem Weg gehen wollen.

Zur Erinnerung: Damit zwischen Meinerzhagen und Hagen-Süd diese B54 generell zu einer Umleitungsmöglichkeit werden soll, ist auch noch die Absenkung der Fahrbahn unter zwei Brücken geplant, damit auch höhere Lkw diese Strecken nutzen können. Eine Planung, die an der B54 selbst auch nicht gerne gesehen wird, denn schon jetzt ist die Straße in Stoßzeiten extrem voll.

Und nun? Droht der B54 nun sogar kurzfristig eine Art Verkehrskollaps? So weit würde Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg vielleicht nicht gehen, aber dass dies eine zusätzliche Belastung bedeutet, die einem Sorgen machen darf, das gesteht Schönenberg freimütig ein. „Es gibt auf der B54 viele gefährliche Ausfahrten und Gefahrenpunkte“, sagt er, „für diese Punkte ist noch mehr Verkehr nicht gut.“

Was den Bürgermeister besonders ärgert im Zusammenhang mit der neuen Umleitung, ist die Tatsache, dass auch er dies aus der Hagener Lokalzeitung erfahren hat. „Dass ist nicht die Art von Kommunikation, die ich mir vorstelle“, sagt Schönenberg in Richtung Straßen.NRW – besonders unverständlich ist dies vor dem Hintergrund, dass aufgrund der A45-Sperrung zuletzt mit den Verantwortlichen der beteiligten Kommunen und Straßen.NRW wegen des Gesamtkonzeptes für den Verkehr – inklusive Baustellenplanung – regelmäßig Videorunden stattgefunden haben. In diesen Runden war diese Umleitung indes kein Thema.

Noch eine Frage stellt er: „Wird trotzdem im Herbst mit der Absenkung der Fahrbahn auf der B54 bei Oedenthal begonnen?“, sagt er, „dann wäre die B54 in Richtung Lüdenscheid voll gesperrt, liefe der komplette Verkehr bei uns durch den Ortskern und das Hälvertal. Das kann man nicht machen. Dann kommt man fast gar nicht mehr von A nach B.“

Dass generell Straßensanierungen wie jene auf der L528 notwendig sind, will der Bürgermeister gar nicht in Abrede stellen. „Vom Grundsatz her“, sagt er, „müssen doch demnächst alle Straßen gemacht werden. Man kann sich da ja nur mal die Hälverstraße anschauen. Aber es muss doch gerade jetzt gut geplant sein – und auch gut kommuniziert werden.“

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