Einsatzkräfte als Helden

Kurze Atempause nach Hochwasser - Bürger wollen sich revanchieren

Nach dem Hochwasser: Die Volme hat sich starkausgebreitet, jetzt zieht sie sich langsam wieder zurück.
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Nach dem Hochwasser: Die Volme hat sich starkausgebreitet, jetzt zieht sie sich langsam wieder zurück.

Der Pegel der Volme hat sich wieder normalisiert. Das Hochwasser ist überstanden. Doch die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht vorbei. Die Feuerwehr kann sich nun erst einmal eine Atempause gönnen, nun wollen Bürger helfen und sich revanchieren.

Schalksmühle – In den Gerätehäusern in Schalksmühle brannte auch am Freitag noch Licht. Musste doch ein Teil der Ausrüstung gereinigt werden. „Das meiste haben wir bereits nach dem Einsatzende sauber gemacht, aber ein bisschen was ist noch zu tun“, erzählt Marc Fürst, Pressesprecher der Schalksmühler Feuerwehr.

Gegen 21.30 Uhr habe man am Donnerstagabend den letzten Einsatz beendet. „Das war eine Firma in Klagebach, die wir leergepumpt haben. Allerdings konnte uns das nicht abschließend gelingen, weil immer wieder Grundwasser nachkam“, sagt der Sprecher. Insgesamt seien an den zwei Tagen 159 Einsätze abgearbeitet worden, „fast so viele wie sonst im ganzen Jahr“.

Feuerwehr ist froh: Niemand wurde verletzt

Froh sei er, so Fürst, dass trotz einiger brenzliger Situationen niemand verletzt wurde. Fürst: „Keiner der aktiven Wehrleute hat so etwas je erlebt, aber trotzdem muss man sagen, dass wir in Schalksmühle noch glimpflich davon gekommen sind, vor allem, wenn man die Bilder aus anderen Städten und Regionen sieht.“

Die Volme bei der ehemaligen Firma Falkenroth.

Der Einsatz der Wehr unterschied sich jedoch nicht nur in seiner Intensität von vielen anderen Einsätzen, sondern auch im Verhalten der Menschen, die den Helfern ihre Dankbarkeit ausdrückten: „Wir sind an vielen Einsatzstellen sehr gut verpflegt worden und haben viel Zuspruch erhalten. Da ist uns sehr viel Wertschätzung entgegengebracht worden.“ Insgesamt seien rund 100 der 150 Schalksmühler Wehrleute im Einsatz gewesen, „viele sind derzeit im Urlaub“.

Bürger wollen sich bedanken

Lars Busch aus Schalksmühle ist aktiv geworden. Er möchte den Einsatzkräften etwas zurückgeben. Die Leute von Feuerwehr und DRK haben alles gegeben, Menschenleben gerettet, Hausbesitzern geholfen. „Ich finde das alles anerkennungswürdig“, sagt Lars Busch. „Weil das alles ehrenamtlich ist“, betont er.

Lars Busch ist Vorsitzender der Dahlerbrücker Husaren. Er selbst wohnt an der Westhöhe, ist nicht stark vom Unwetter betroffen. Ein „bisschen Wasser“ hatte er im Keller. Das kam durch die Seitentür herein. Seine beiden Söhne sind bei der Feuerwehr und beim DRK Halver engagiert, daher weiß er, wie die letzten Tage für die Einsatzkräfte aussahen.

Hochwasser in Schalksmühle

Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle

Hilfe bei der Verpflegung während der stundenlangen Einsätze brauchten sie nicht. Das war Busch’ erste Idee. Nun hat er sich für Frühstückskörbe als Dankeschön entschieden. In den Sozialen Netzwerken hat er zu Sachspenden aufgerufen. Bürger können ihm die Sachen bringen, er verteilt sie auf Körbe. Circa 125 sollen es werden. Bis zum 21. Juli sammelt Lars Busch dafür. An der Westhöhe 22 können die Spenden abgegeben werden. Geldunterstützung ist auch möglich, aber nicht Busch’ erste Wahl. „Die Arbeit und Leistung kann man nicht mit Geld aufwiegen.“ Bei Fragen ist er unter Tel. 01 70/9 00 07 91 erreichbar.

Für mich ist das eine Aktion aus dem Bauch heraus.

Lars Busch

Die Resonanz ist schon jetzt sehr positiv, wie er sagt. „Gefühlt fünf Minuten nach meinem Aufruf war der Erste da“, sagt Busch. 120 Marmeladengläser waren es. Viele weitere Spenden wie Getränke und auch finanzielle Unterstützung sind bereits eingetroffen. Das Geld wird er für Lebensmittel für die Körbe nutzen. „Für mich ist das eine Aktion aus dem Bauch heraus“, so Busch. „Es soll einfach mal ein Dankeschön sein. Es wird vorausgesetzt, dass die Einsatzkräfte ihre Arbeit machen. Das ist aber eigentlich nur ihr Hobby.“

Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle

Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle

Neuer Glörpark bleibt verschont

Während der Volmepark von dem Hochwasser hart getroffen wurde, sah es in dem wenige Kilometer entfernten Glörpark ganz anders aus. „Zwischen dem Wasser und der Brücke waren vielleicht noch 20 bis 30 Zentimeter Platz. Wären dort Baumstämme angeschwemmt worden, die sich verkeilt hätten, wäre das Wasser über die Brücke geflossen und dann auch in den Park. So ist aber nichts passiert. Es gibt so ein zwei Stellen, die sich verfärbt haben, eine davon im Beachvolleyballfeld, aber ich glaube, das kann man unterharken“, freut sich Ortwin Schmidt von der Bürgerinitiative Dahlerbrück über den glimpflichen Ausgang. Der Park war erst am Montag dieser Woche für die Nutzung freigegeben worden.

Wildgehege hat‘s auch erwischt

Das Wildgehege Mesekendahl bleibt ab sofort bis einschließlich Mittwoch, 21. Juli, geschlossen. Auch die Anlage von Karl-Friedrich Trimpop hat unter dem Unwetter gelitten. Die Schäden müssen nun erst einmal behoben werden.

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