Angeklagter bekommt Strafe

Kupferprozess: Urteil nach fast zehn Jahren

Kupferprozess, Landgericht Hagen
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Im Kupferprozess gab es am Landgericht Hagen ein Urteil.

Nach fast zehn Monaten ist der Kupferprozess am Landgericht Hagen zu Ende gegangen. Nach langen Beweisaufnahmen, einer Verurteilung und Corona-Verzögerung ist der Prozess abgeschlossen.

Schalksmühle/Nachrodt/Hagen – Die 1. große Wirtschaftsstrafkammer im Landgericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den letzten von drei Angeklagten wegen besonders schweren Betruges und besonders schwerer Bestechung in 93 Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

Der Vorsitzende Richter Andreas Behrens bedauerte, dass der 67-Jährige aus Nachrodt auf das Angebot einer Verständigung zu Beginn des Prozesses „leider nicht eingegangen“ war. Im März hatte die Kammer ihm eine Haftstrafe bis zu zwei Jahren in Aussicht gestellt, die zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können.

Verteidiger legen Revision ein

Ob er tatsächlich ins Gefängnis muss, ist nicht nur wegen seines fortgeschrittenen Alters noch offen: Die Verteidiger kündigten nach dem Urteil an, dieses vom Bundesgerichtshof überprüfen zu lassen. Das Revisionsverfahren dauert mindestens sechs Monate. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, kann es auch nicht vollstreckt werden.

In seiner Urteilsbegründung machte der Vorsitzende Richter deutlich, dass die Kammer „keine vernünftigen Zweifel an der Glaubwürdigkeit“ der Aussagen des bereits verurteilten Mitangeklagten hatte. Für die Richtigkeit spreche Folgendes: Unter dem Druck der Vorwürfe hatte er sein Beschäftigungsverhältnis bei den Ennepetalern selbst gekündigt. Entgegen der Behauptungen der Verteidiger gebe es weitere Beweismittel, die den vielfachen Betrug mithilfe mitgebrachter Probeneimer dokumentierten, argumentierte der Vorsitzende.

Berechnung des Schadens

Bei der Berechnung des Schadens, die der Schalksmühler Metallentsorger dem Ennepetaler Schrottgroßhändler zwischen Mai 2012 und Oktober 2015 zugefügt hatte, folgten die Richter der Berechnung der Staatsanwaltschaft. Die Schätzung ging davon aus, dass bei den Lieferungen von 2011 bis 2013 etwa acht Prozent weniger Kupfer im angelieferten Material waren als in den mitgelieferten Probeneimern. In 2014 und 2015 sollen es dann 20 Prozent gewesen sein. Das entsprach in etwa der Differenz, die das Ennepetaler Unternehmen bei der Überprüfung von zwei unabhängig entnommenen Proben im Oktober und November 2015 feststellte. Bei der letzten Lieferung blieb es beim versuchten Betrug.

Rund 640.000 Euro Schaden

Die Richter stimmten der Schätzung der Staatsanwaltschaft zu, die den Angeklagten eine Schadenssumme von 640.000 Euro vorwarf. Schon ein später gescheiterter Verständigungsversuch zwischen den Unternehmen war von 1,25 Millionen Euro ausgegangen. Die geschädigte Firma war von bis zu drei Millionen ausgegangen.

Nach der Vernehmung von fünf Ärzten und der Sichtung weiterer Beweismittel sahen die Richter die Behauptung als widerlegt an, dass der Angeklagte über längere Zeiträume hinweg gar kein Auto habe steuern können. Auch die von den Verteidigern ins Spiel gebrachte Behauptung eines Betrugs, der angeblich von dem Ennepetaler Unternehmen zum Schaden der Schalksmühler Metallentsorger in Szene gesetzt worden sei, wiesen die Richter zurück.

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