Sommergrüße am Himmel

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Über einen Kunstflieger, der seit einigen Jahren seine Runden über Halver dreht, gibt es Streit: Für manche sind seine Pirouetten und Loopings quasi Sommergrüße, für andere ist der Motorenlärm ein Ärgernis.

Schalksmühle - Kaum ist das Wetter schön, schon ist er wieder zu hören. Seit einigen Jahren zieht ein Kunstflieger, wenn die Sonne scheint und meist am Wochenende für ein bis zwei Stunden, seine Runden am Himmel über der Gemeinde und spaltet dabei die Bewohner in zwei Gruppen.

Für manche sind seine Pirouetten und Loopings quasi Sommergrüße, für andere ist der Motorenlärm ein Ärgernis. Innerhalb weniger Stunden entbrannte im sozialen Netzwerk Facebook vor ein paar Tagen eine Debatte darüber, ob der Flieger nun willkommen ist oder nicht. 

Mehr als 40 Einträge sammelte ein Beitrag, der den Piloten und seine Maschine mit den Worten „Kaum ist das Wetter schön, ist er wieder in der Luft“ ankündigt. Sofort meldeten sich andere Schalksmühler zu Wort. „Mich stört das auch nicht. Sobald man ihn hört, weiß man, dass es gutes Wetter gibt“, so die Aussage eines Nutzers. 

"Uns stört er nicht"

Ein anderer meint: „Ist halt Ansichtssache. Aber mich stört er wirklich nicht und macht den blauen Himmel damit noch schöner“. „Uns stört er auch nicht. Gehört schon irgendwie zum Sonnenschein am Wochenende dazu und beobachten macht auch Spaß“, heißt es in einem weiteren Beitrag. „Da ist mir jeder Rasenmäher lieber“, schreibt hingegen ein genervter Reeswinkler. „Mich stört er hier schon extrem. Ich erkenne den Sommer auch am blauen Himmel – ohne Kunstflieger“, heißt es von einem ebenso verärgerten Nachbarn.

„Ich kenne sehr viele Schalksmühler und 90 Prozent fühlen sich schon sehr belästigt. Vor allem im Sommer, wenn man auf der Terrasse oder im Garten in der Sonne liegt und chillen will. Das Ding macht sehr viel Krach. Leider lässt sich nicht nachvollziehen, woher er kommt, denn die Zulassungsnummer, die eigentlich gut sichtbar in großen Lettern erkennbar sein muss, fehlt“, kommentiert ein weiterer Bürger und stellt damit die Frage, ob der Flieger überhaupt darf, was er tut. 

Die Gemeinde diskutierte auch darüber. „Ich gehe mal davon aus, dass seine Aktivitäten im Einklang mit gesetzlichen Regelungen stattfinden“, heißt es dazu. Ein weiterer Bürger sieht das anders und fühlt sich durch das Immissionsschutzgesetz des Landes NRW und das zweite Luftverkehrsgesetz der Bundesrepublik Deutschland bestätigt. 

Er hält sich an Zeiten für Kunstflieger

Ob er wirklich andere in Gefahr bringt, das könne man vom Boden aus schwer beurteilen, da man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob er über Wohngebiete fliege. Zumindest halte er sich an die Zeiten für Kunstflüge, schaltete sich ein weiterer Nutzer in die Diskussion ein. 

Ein anderer Schalksmühler ist sich sicher, dass der Flieger gesetzeskonform handelt. „Ich glaube nicht, dass er das schon seit zehn Jahren machen kann, wenn er damit Gesetze bricht.“ Seit wann der Flieger seine Runden über weite Teile der Gemeinde – gesehen und gehört wurde er unter anderem schon in Reeswinkel und an der Klagebach, aber auch schon in Oberbrügge-Ehringhausen oder an der Glör – dreht, ist unklar. 

„Gefühlt schon Ewigkeiten“, schreibt jemand dazu. Ein anderer schätzt, dass er den Flieger zum ersten Mal 2005 gehört hat. Getippt wird, dass er aus Richtung Rade angeflogen kommt. Der Pilot soll auch bekannt sein. Ob er aber weiß, dass sein Hobby die Gemüter so erregt, ist unklar.

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