Künstler sucht Steine für Skulpturen in der Volme

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Emanuel P. Napierala hat wieder einen Stein gefunden, den er zu einem Kunstwerk verarbeiten möchte. Hinter seinem Garten hat er einen direkten Zugang zur Volme. Von dort hat er schon manchen zig-Kilo-schweren Stein geborgen.

Schalksmühle - Angler, die in der Volme auf Fische hoffen, kennen ihn. Seine Nachbarn wissen auch, dass er auf seinem Weg immer wieder an ihren Gärten entlangkommt – nicht auf dem Gehweg, sondern mitten durch den Fluss. Dort sucht Emanuel P. Napierala das Material, dass er zu Skulpturen verarbeitet: Flusssteine aus der Volme.

Bis vor wenigen Tagen waren einige seiner Arbeiten noch im Schalksmühler Rathausfoyer zu sehen. Für den kommenden Mittwoch, 24. September, laden Napierala und seine Lebensgefährtin Iris Kamp unter dem Titel „Kunstgenuss“ zu einer Vernissage in ihre neue Galerie „volme-art“ ein. Diese befindet sich an der Rummenohler Straße zwar schon auf Hagener Gebiet, aber so unmittelbar hinter der Gemeindegrenze, dass die beiden sich als Schalksmühler fühlen. Die Vernissage beginnt um 17 Uhr und soll vor allem im Garten des Hauses stattfinden, das direkt an der Volme liegt und einen direkten Zugang zum Fluss hat. Die beiden haben ein Zelt aufgebaut und viel Zeit in die Lichtplanung gesteckt, um die Objekte in der Dämmerung richtig in Szene zu setzen.

Gezeigt werden bei der Vernissage nicht nur Steinskulpturen von Emanuel P. Napierala, sondern auch Bilder von Iris Kamp. Unter dem Namen „Siri Art“ malt sie seit vielen Jahren. Aber ihr Lebengefährte ist von beiden der freischaffende Künstler. Vor zwei Jahren zog der 55-Jährige aus Spanien an die Volme zu Iris Kamp. Dort entdeckte er das künstlerische Potenzial der Steine und hat sich seitdem deren Bearbeitung verschrieben. Angefangen hatte er in Spanien mit der Malerei, und dann schnell die bildende Kunst für sich entdeckt und unter anderem viel mit Eisen gearbeitet.

Suchen kann er sein aktuell bevorzugtes Material nur, wenn der Fluss wenig Wasser führt, also meist in den Sommermonaten. Dann geht er immer wieder durchs Wasser, in die eine oder andere Richtung und hält Ausschau nach Steinen, die ihn beeindrucken, erzählt er. Um das Gleichgewicht am Ufer nicht zu stören, verwendet er nur solche, die mitten im Fluss liegen. Die ganz besondere Patina, die durch das Flusswasser entsteht, fasziniert ihn.

Die zum Teil richtig schweren Brocken manchmal über etliche hundert Meter zu seinem Steg und von dort hinauf in den Garten zu bekommen, ist ein richtiger Kraftakt. „Die wiegen auch schon mal 50 Kilo“, sagt Napierala. „Ich rolle die Steine durchs Wasser“, beschreibt der sportliche Künstler seine Materialbeschaffung. Mit Seilen holt er die Steine heraus. Wenn sie zu schwer sind, mit Hilfe. Wenn sie dann getrocknet sind, bearbeitet er die Steine mit schwerem Gerät. Er hat sich einen Spezialbohrer angeschafft. Meisel und Bohrhammer kämpfen gegen ein Material, das „manchmal härter ist als Beton“, sagt der Künstler. Wenn die Form seinen Vorstellungen entspricht, wird die Skulptur im letzten Arbeitsschritt poliert und bekommt so eine glänzende, dunkle Farbe, die an die Herkunft des Steines erinnert. - Von Bettina Görlitzer

Mit der Galerie „volme-art“ möchten Iris Kamp und Emanuel P. Napierala auch anderen Künstlern ein Forum bieten, ihre Arbeiten zu vermarkten. Kunstinteressierten bieten sie außerdem eine Beratung an, welche Objekte oder Bilder in deren Wohnungen oder Büroräumen am besten zur Geltung kommen.

www.volme-art.com

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