"Musik alter Meister" in der Kreuzkirche: Alt, aber nicht altbacken 

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Begeisterten mit Musik alter Meister: (von links) Annette Wehnert und Paul Lindenauer (Violine), Laura Johnson (Viola), Prof. Harald Hoeren (Cembalo), Daniel Rothert (Block- und Traversflöte), Dane Roberts (Kontrabass) und Imola Gombos (Violoncello und Viola da Gamba).

Schalksmühle - Bildhaft standen am Sonntag bei der „Musik alter Meister“ Glanz und Pracht früherer höfischer Kultur vor Augen. Zum 54. Mal hießen die Schalksmühler das neue Jahr in der Kreuzkirche Am Mathagen mit virtuoser Musik aus alter Zeit willkommen.

Unter Leitung von Professor Harald Hoeren, der seit 1984 eine Klasse für historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule in Frankfurt am Main leitet, nahm ein siebenköpfiges Ensemble hochkarätiger Musiker das begeisterte Publikum in der voll besetzten Kirche mit auf eine Reise ins 18. Jahrhundert. „Alte Musik aus Deutschland und Italien mit einem Ausflug nach Paris“ war das Konzert, das Bürgermeister Jörg Schönenberg als ersten Höhepunkt im kulturellen Leben der Gemeinde würdigte, überschrieben. 

Mittlerweile sei das Konzert fester Bestandteil des Kulturkalenders der Gemeinde. Erneut sei es Hoeren gelungen, ein Ensemble aus bekannten und neuen Gesichtern zu formen. Die evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück, die einmal mehr ihre Räume für das Neujahrskonzert zur Verfügung gestellt hatte, schloss Schönenberg in seinen Dank ein. 

Den großen Musik-Nationen des 18. Jahrhunderts galt das Augenmerk der sieben Ausnahmemusiker, die in der Besetzung Annette Wehnert und Paul Lindenauer (Violine), Laura Johnson (Viola), Imola Gombos (Violoncello und Viola da Gamba), Daniel Rothert (Block- und Traversflöte), Dane Roberts (Kontrabass) und Harald Hoeren (Cembalo) auftrumpften. Auf Werke für Block- und Traversflöte als Soloinstrument legten die vollendet miteinander musizierenden Musiker ihren Schwerpunkt. In dem jungen Flötisten Daniel Rothert, der aus der Hochschulklasse von Professor Günter Höller hervorgegangen ist, verzauberte ein Meister seines Fachs das Publikum. 

Auftakt mit Georg Philipp Telemann und seinem Doppelkonzert in a-Moll für Blockflöte, Viola da Gamba und Orchester (TWV 52:a1), dessen spritziges Finale – als Zugabe wiederholt – gleichsam als heiterer „Rausschmeißer“ im Ohr haften blieb, und Ausklang mit Johann Sebastian Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 5 in F-Dur, BWV 1050, für Traversflöte, Violine, Cembalo und Orchester waren der großen, klangfarbenreichen Besetzung vorbehalten. Dazwischen brillierten die Musiker in unterschiedlicher Konstellation mit Concerti intimerer, wenngleich nicht minder begeisternder Prägung.

Telemann und Bach, den deutschen Meistern, standen mit Pietro Nardini (Concerto in F-Dur, op. 1,3, für Violine und Orchester) und Giuseppe Sammartini (Concerto in F-Dur für Flautino und Orchester) namhafte Vertreter des italienischen Barocks gegenüber. Ob bei Telemann, Bach oder den italienischen Meistern: Durch das virtuose Spiel auf den historischen Instrumenten, tiefes Werkverständnis und exakte Kenntnis historischer Aufführungspraxis brachten die Musiker ihren Zuhörern die alte Musik authentisch und sprühend lebendig nahe. 

Den Ausflug nach Frankreich unternahm das Ensemble mit Telemann und seinem Pariser Quartett in a-Moll für Traversflöte, Violine, Viola da Gamba und Basso continuo. Farbenprächtig gab das Ensemble dabei dem Nuovum drei Soloinstrumente und Basso Continuo, mit dem Telemann in den Pariser Quartetten experimentierte, Raum. „Eine hervorragende Interpretation“ bescheinigte Pfarrer Torsten Beckmann, der die Besucher mit dem Wochenspruch verabschiedete, dem Ensemble.

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