Hilfe bei Alltags-Problemen für Senioren und Behinderte

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Ins Leben gerufen wurde der Kümmerring unter anderem von Hendrik Gräff, Martina Auer, Edith Adam und Florian Wilms (von links).

Schalksmühle - Gerade Senioren oder Menschen mit Behinderungen stehen manchen Problemen des Alltags oft hilflos gegenüber. In solchen Situationen ist es schwer, jemanden zu finden, der hilft, berät oder manchmal auch nur ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte hat.

Hier möchte eine kleine Gruppe von Frauen und Männern helfen, die im April dieses Jahres den „Kümmerring“ der Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld ins Leben gerufen hat. Die beiden Presbyteriumsmitglieder Hendrik Gräff und Martina Auer sowie Florian Wilms, Edith Adam und Pastorin Doris Korte schufen ein niederschwelliges Angebot, um Menschen in der Gemeinde bei den unterschiedlichsten Problemen zur Seite zu stehen.

Zunächst sollte sich das Hilfsangebot vor allem auf den Bereich Pflege konzentrieren, denn Kümmerring-Mitglied Florian Wilms koppelt das Projekt an seine Abschlussarbeit „Bachelor Pflege“ im Rahmen seines Studiums. „Für die Abschlussarbeit habe ich auch zahlreiche Experten zu diesem Thema interviewt, was mir natürlich auch in Bezug auf die Arbeit beim Kümmerring enorm weiterhilft“, erklärt Wilms.

Das Angebot ist jedoch heute deutlich breiter gefächert. So können sich ältere oder behinderte Menschen zum Beispiel auch an den Kümmering wenden, wenn sie kleinere handwerkliche Arbeiten nicht bewältigen können, Hilfe beim Ausfüllen schwieriger Formulare benötigen oder einfach nur einen Menschen zum Reden brauchen.

Ob der Transport der Einkäufe nach Hause, das Aufhängen eines Bildes oder die Reparatur einer Schublade – die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kümmerrings versuchen nach besten Kräften, Probleme zu lösen und aus der Welt zu schaffen. „Früher war die Pastorin alleinige Ansprechpartnerin in der Gemeinde, wenn es derartige Probleme gab“, erklärt Hendrik Gräff. „Sie soll mit diesem in der näheren Umgebung wohl einzigartigen Angebot auch ein wenig entlastet werden.“

In zahlreichen Fällen kann der Kümmerring durch die Vermittlung ehrenamtlicher Personen, die die unterschiedlichsten Fähigkeiten mitbringen und Probleme oft unkompliziert lösen können, helfen. Oft reicht aber auch schon die Übermittlung der Telefonnummer einer Einrichtung oder Institution, wo der Betroffene den richtigen Ansprechpartner findet.

Wer Hilfe benötigt, kann mit dem Kümmerring auf zweierlei Weise in Kontakt treten. Zum einen treffen sich die Mitglieder an jedem ersten Mittwoch im Monat von 17 bis 18 Uhr im Gemeindehaus Heedfeld. Hier können Betroffene ohne Anmeldungen vorbeischauen und über ihr Problem sprechen. Darüber hinaus gibt es eine Notfall-Handynummer (01 60/ 98 99 22 97), die durchgehend erreichbar ist, und sollte doch einmal die Mailbox rangehen, erfolgt ein zeitnaher Rückruf.

Mit der Resonanz auf das außergewöhnliche Angebot sind die Initiatoren bisher rundum zufrieden. „Wir konnten in allen Fällen weiterhelfen“, freut sich Hendrik Gräff. Natürlich hat die Hilfe des Kümmerrings auch ihre Grenzen – die Lösungsmöglichkeiten müssen im Rahmen dessen bleiben, was der Kümmerring überhaupt leisten kann. So wäre zum Beispiel eine dauerhafte, ganztägige Betreuung von Menschen mit Behinderungen kaum möglich, da sich hierfür keine ehrenamtlichen Kräfte finden ließen. Auch eine Rechtsberatung kann der Kümmerring nicht durchführen.

Um noch mehr Menschen helfen zu können und noch mehr Problembereiche abdecken zu können, sucht der Kümmerring nach weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern. Wer Lust hat, mitzumachen, kann sich telefonisch unter 01 60 / 98 99 22 97 melden.

Björn Othlinghaus

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