„Kümmer-Partei“ wird 100

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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gratulierte der SPD Schalksmühle zum 100-jährigen Bestehen und hielt auf dem Rathausplatz eine Festrede.

Schalksmühle - Es war sein erster Auftritt vor großen Publikum – anlässlich des 100-jährigen Bestehens der SPD Schalksmühle hielt Bürgermeisterkandidat Michael Siol die Eröffnungsrede. Unterstützung erhielt er dabei unter anderem von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die am Bürgerfest zum SPD-Jubiläum auf dem Rathausplatz teil nahm.

Hannelore Kraft gratulierte in ihrer Rede der SPD Schalksmühle zum Jubiläum und wies darauf hin, dass viele ihrer Vorfahren in der Sozialdemokratie für ihre Ziele alles gegeben haben. „Zum Teil auch ihr Leben.“ Die SPD lebe seit 100 Jahre hier vor Ort, weil sie immer die „Kümmerer-Partei“ sei. Die Ansprechpartner der Bürger in den jeweiligen Ortsvereinen machten die Partei aus.

Konkret sei es in den vergangenen 100 Jahren immer darum gegangen, das Leben der Menschen zu verbessern. Bildung sei ein zentraler Schlüssel dafür, dass Aufstieg gelingen könne. Daher habe die Landesregierung auch die Bildung in den Mittelpunkt gestellt.

Als Beispiel nannte Kraft den Ausbau der Kita-Plätze. Eine Milliarde Euro habe die Regierung zusätzlich in den Ausbau der Plätze für U3-Kinder eingesetzt. „Und jetzt nehmen wir noch mehr Geld für die Qualität in Kitas in die Hand“, sagte Kraft. Zusätzlich habe man in NRW den Schulkonsens gefunden. „Wir wollen, dass es nicht mehr nur um Schulstrukturen geht, sondern um Qualität von Bildung.“

Doch die Landesregierung müsse an vielen Stellen schmerzhaft kürzen. „Diese Kürzungen müssen sein, weil wir nicht den nächsten Generationen immer mehr Schulden hinterlassen wollen. Wir stellen die Schuldenbremse deshalb nicht in Frage.“ Das bedeute aber, dass alle ihren Beitrag dazu leisten müssten. „Die Starken müssen für die Schwachen einstehen und das muss auch auf der kommunalen Ebene gehen. Wir müssen sicherstellen, dass Kommunen in NRW insgesamt kreditfähig bleiben.“

Abundanzumlage nicht der richtige Weg

Damit spielte Kraft auf einen Seitenhieb des Schalksmühler SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Siol an. Er sagte in seiner Eröffnungsrede, dass ihm „die Landesregierung lieb und teuer“ sei. Den Stärkungspakt Stadtfinanzen ließ er mit dieser Äußerung nicht außen vor – hatte Siol doch mit Hannelore Kraft die richtige Ansprechpartnerin vor Ort. Die Abundanzumlage sei nicht der richtige Weg, um Stadtfinanzen zu sanieren. „Und die SPD war die einzige Partei aus Schalksmühle, die bis zuletzt in Düsseldorf dagegen protestiert hat“, erklärte Siol. Letztlich habe die Landesregierung eingelenkt und die Umlage reduziert. „Das sind 5,5 Millionen Euro die Schalksmühle effektiv einspart.“

Geld, was die Gemeinde gut vor Ort gebrauchen könne. Denn es gelte nun den Umbrüchen in der Gesellschaft entgegenzutreten. Die Pendlerbewegung sei gestiegen, immer weniger Schalksmühle lebten und arbeiteten gleichzeitig in der Gemeinde. Der Ort entwickele sich zu einem Vorort und müsse wieder lebenswerter gemacht werden. Das große Potenzial der Gemeinde sei die Identität, die Heimatverbundenheit. „Und die beginnt in den Vereinen und in den einzelnen Ortschaften.“ Er wolle als Bürgermeister alle Ortsteile von Schalksmühle im Blick haben und sagte mit einem Augenzwinkern: „Wer soll denn eine Gemeinde leiten, wenn nicht ein Theologe.“

Macht gehe vom Volke aus

Neben zahlreichen Lokalpolitikern erschienen auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone, der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler, der SPD-Landratskandiat Lutz Vormann sowie die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel zum Bürgerfest. Sippel unterstrich in ihrer Rede die Wichtigkeit der Demokratie. Während derzeit in Afghanistan die Menschen Schlange stehen würden, um ihre Stimme abzugeben, würden in Deutschland immer weniger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Dabei gehe schließlich alle Macht vom Volke aus. „Und wenn sich das Volk abwendet und nicht wählen geht, dann kann das mit der Demokratie nicht funktionieren“, sagte Sippel und appellierte an die Zuschauer, am 25. Mai wählen zu gehen.

Bilder vom Bürgerfest zum SPD-Jubiläum

Bürgerfest zum 100-jährigen Bestehen der SPD Schalksmühle

SPD-Landratskandidat Lutz Vormann betonte, dass der Märkische Kreis über vieles verfüge, wofür es sich zu kämpfen lohne. Unter der Devise „Gutes bewahren, Neues wagen“ habe er fünf Handlungsfelder erarbeitet, denen er sich mit Engagement stellen wolle: den starken Wirtschaftsstandort Märkischer Kreis, die Sicherung und den Ausbau von Arbeitsplätzen, ein breites Bildungsangebot, ein solides Gesundheitssystem sowie eine bürgernahe Kreisverwaltung.

Nach den Festreden schaute sich Hannelore Kraft gemeinsam mit Bürgern die Ausstellung zum Jubiläum der SPD im Rathaus an und trug sich ins Gästebuch der Partei ein. Auf dem Rathausplatz zeigte sich Kraft bürgernah und begrüßte zahlreiche Schalksmühler mit Handschlag und gab Autogramme. Außerdem ließ sie es sich nicht nehmen, vor ihrer Rückreise noch ein Spaghettieis im Eiscafé von Bruno und Beatrice Sapere zu essen.

Auf dem Rathausplatz feierte die SPD noch bis zum frühen Abend mit den Bürgern den 100. Geburtstag.

Von Alisa Kannapin

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