Kritik an Schließung der Sparkassen-Filialen

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Die Sparkassen-Filialen Dahlerbrück (im Bild) und Mollsiepen werden in SB-Zentren umgewandelt.

Schalksmühle - Die Schließung von zwei Sparkassen-Filialen war am Montag Thema im Rat. UWG-Politiker Ortwin Schmidt verlas unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen einen offenen Brief und bemängelte darin die Vorgehensweise und Kommunikation der Sparkasse.

Das Geldinstitut habe seine Kunden am 12. Juni informiert, dass die Filialen Mollsiepen und Dahlerbrück in SB-Zentren umgewandelt und die Sparkassen-Mitarbeiter abgezogen werden. „Zum Zeitpunkt dieser Mitteilung war der Beschluss dieser Veränderung bereits schon gefasst und abgesegnet. Eine unmögliche und den langjährigen Kunden gegenüber beleidigende Vorgehensweise“, schreibt Schmidt in seinem Brief. Ihm gehe es nicht in erster Linie um die Schließung der Filialen, sondern um die Vorgehensweise. „Was geht in den Köpfen der Entscheidungsträger vor, wenn wichtige Entschlüsse gefasst werden, ohne vorher die Kunden dazu zu befragen?“ Für Dahlerbrück gelte, dass ein weiteres Stück aus der Wohnqualität herausgebrochen werde.

Bernd Müller (UWG) bestätigte, dass der Brief die Stimmungslage treffe. Der Ratsherr forderte, dass die Sparkasse bei solchen Veränderungen im Vorfeld mit den Kommunen sprechen solle.

Kreative Lösungen vermisste SPD-Politiker Guido Pahde bei der Sparkasse: „In anderen Bundesländern werden zum Beispiel Bankfilialen in andere Ladenlokalsysteme integriert.“ An die Mitglieder des Verwaltungsrats der Sparkasse übermittelte Pahde den Auftrag, das zu kommunizieren und kreative Ideen einzufordern.

Lutz Schäfer (SPD) schlug vor, dass der Rat von der Sparkasse fordert, die SB-Stellen in den Ortsteilen so lange wie möglich beizubehalten, wenn der Bedarf erkennbar ist – auch dann, wenn die jetzigen Immobilien verkauft sind. Bei zwei Enthaltungen der FDP stimmte der Rat dafür.

Dass die Verwaltungsratsmitglieder der Sparkasse im Vorfeld nicht mit dem Gemeinderat über die Pläne sprechen dürften, wenn der Prozess noch nicht abgeschlossen sei, machte Bürgermeister Jörg Schönenberg deutlich. „Die Mitglieder haben sich schon sehr eingebracht, sind aber nicht berechtigt, damit in den Rat zu gehen.“ Zum Verkauf der Sparkassen-Immobilien sagte Schönenberg: „Wenn sich der Einkaufspunkt in Dahlerbrück entwickelt, ist es auch möglich, dass der Geldautomat dorthin kommt. Hier müssen wir aber die Entwicklungen abwarten.“ Außerdem sicherte er zu, dass ein Gespräch mit dem Sparkassenvorstand stattfinden soll, in dem den Politikern die Gründe für die Schließungen erläutert und über die Art der Kommunikation gesprochen wird.

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