Förderung "Dritter Ort"

"Dritter Ort": Herzstück für die Kreuzkirche gesucht

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Das Kultur- und Begegnungszentrum am Mathagen könnte größer werden als bisher geplant.

Schalksmühle - Das Projekt unter dem Titel „Dritte Orte“, bei dem die Kreuzkirche am Mathagen in ein Haus für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum umgewandelt werden soll, könnte nach Aussage der zuständigen Fachbereichsleiter Anja Wolf im Ausschuss für Kultur und Sport „etwas richtig Großes“ werden.

Das habe sich im Verlauf der vielen Beratungsgespräche ergeben. Die Verantwortliche räumte allerdings auch ein, dass groß auch gleichbedeutend mit teuer wäre. Ob man das so möchte, sei eine politische Frage – auch in Sachen Finanzierung. Ein genauer Kostenrahmen sei zu diesem frühen Stadium der Planung noch nicht ziehbar. Doch bereits jetzt kümmere man sich um zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. So ist das Projekt bekanntlich in die Bewerbung der Gemeinde um die Regionale 2025 eingebunden. Zudem bemühe man sich um zusätzliche Mittel aus der Städtebauförderung. 

Des Weiteren wolle man sich bis August auch um die zweite Förderphase der „Dritten Orte“ bewerben. Hierbei könnten Gelder in Höhe von 450.000 Euro nach Schalksmühle fließen (mit 20 Prozent Eigenanteil). Diese sollen aber im Rahmen dieser Förderung „nicht für Steine, sondern für Kultur“ verwendet werden, so der Hinweis der Fachbereichsleiterin. Das mit der Planung des Projektes beauftragte Architekturbüro artec stellte kürzlich eine Skizze vor, die einen großzügigen Ausbau des Kirchenkomplexes vorsieht. Und das aus einem guten Grund, wie Anja Wolf den anwesenden Politikern erklärte. 

Nicht nur ein lebloses Gebäude

Die mittlerweile zahlreichen Beteiligten – von VHS, Musikschule, Gemeindeverwaltung, über musik- und kulturinteressierte Bürger bis hin zu Vereinsvertretern und die Kirchengemeinde – wünschen sich, dass das Zentrum nicht nur ein lebloses Gebäude wird, sondern es soll „auch ein Herz haben“. Es soll Bereiche geben für Musik, Kultur, Kreativität, Seminare, Gastronomie, Theater und auch Digitales. „Wichtig ist, dass wir einen Ort schaffen, der gemütlich ist und wo man gerne hingehen möchte. Dort soll man sich zwanglos austauschen sowie mit Kunst und Kultur in Kontakt kommen können.“ 

Derzeit arbeite man mit einem externen Team aus dem Gastro- und Catering-Bereich an der möglichen Ausarbeitung eines solchen „Herzstückes“. Dabei richten die Planer auch einen Appell an die Schalksmühler, an diesem Ort später nicht nur zu konsumieren, sondern sich möglichst jetzt schon um die Gestaltung Gedanken zu machen. Bürgermeister Jörg Schönenberg stellte zum Thema Finanzierung klar heraus, dass diese eine politische Grundsatzentscheidung bedarf. „Ich bin da noch optimistisch. Aber bei den Kosten werden wir Grenzen setzen müssen. Der Wunschzettel könnte durch die Politik beschränkt werden.“ 

Dritter Stern der Regionale 2025

Grundsätzlich komme man nicht um die Mittel aus der Städtebauförderung herum. Auch der dritte Stern der Regionale 2025 sei sehr wichtig. Deshalb müsse man die Partizipation der Schalksmühler weiter fördern und für „mehr helfende Hände“ sorgen. Neben gestalterischen Dingen beschäftige man sich auch mit Fragen, wie und wer das spätere Kultur- und Begegnungszentrum betreiben wird. Eine Trägerschaft oder eine Stiftungslösung komme wegen der Einflussnahme durch Initiatoren und Akteuren sowie aktuellen und zukünftigen Eigentumsverhältnissen (anteilige Übernahme des Gebäudekomplexes auf Erbpachtbasis) nicht in Frage. 

Als Alternative könnte man der Gemeinde eine größere Rolle zusprechen. Sie könnte mit einem Betreiberverein agieren. Dieser könnte beispielsweise das Koordinieren von Belegungsplänen übernehmen, die verschiedenen Nutzungsinteressen bündeln und die zukünftige Weiterentwicklung des Zentrums mitsteuern. „Ich finde diese Lösung grundsätzlich gut. So könnte man die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Anja Wolf, die sich eine ähnliche Zusammenarbeit wie mit dem Freundeskreis des Bauernhauses Wippekühl vorstellen kann. 

Zustimmung findet sie dabei auch bei ihrem Chef. „Wir müssen den ,Dritten Ort‘ gemeinsam bespielen. Die Gemeinde soll nicht alles alleine organisieren müssen“, sagt Jörg Schönenberg. Auch den Vorschlag, den Betrieb in eine Vereinsstruktur einzubetten, halte er für einen richtigen Schritt. Die Verantwortliche der Gemeinde konnte dem Ausschuss auch einen aufgrund der frühen Sommerferien engen Zeitplan mit auf den Weg geben, der – wenn alle Umstände günstig sind – wie folgt aussehen könnte: 

  • 25. März: interfraktionelle Abstimmung über weiteres Vorgehen 
  • April/Mai: Besichtigungstour anderer „Dritter Orte“ 
  • 4. Juni: bauliche Vorberatung im Ausschuss für Bauen und Planung 
  • 9. Juni: inhaltliche Vorberatung im Ausschuss für Kultur und Sport 
  • 10. Juni: falls notwendig weitere interfraktionelle Beratung 
  • 15. Juni: Vorberatung des Konzeptes im Hauptausschuss 
  • 22. Juni: Zustimmung zum Konzept und Beschluss zur Umsetzung inklusive Beschluss zur Bewerbung um weitere Fördermittel „Dritte Orte“ 
  • bis August: abschließende Ausarbeitung der Bewerbung um Fördermittel für Umsetzungsphase.

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