Konzert stellt Dahlerbrück-Betrieb auf Prüfstand

SCHALKSMÜHLE -  Reduzierung, Verkauf oder Kooperation? Der finnische Edelstahlkonzern Outokumpu stellt seinen Kaltwalz-Standort Nirosta Precision GmbH (ehemals ThyssenKrupp Nirosta GmbH) Dahlerbrück auf den Prüfstand.

Auf Nachfrage unserer Zeitung, welche personellen Auswirkungen das Vorhaben für Schalksmühle bedeuten könnte, teilte die Outokumpu Group schriftlich mit: „Strategische Optionen wie Kooperationen, Verkauf oder Kapazitätsreduktion werden für diesen Standort bis Ende 2013 geprüft. Daher können wir derzeit keine Aussagen zu möglichen Stellenreduzierungen oder Kapazitätsveränderungen machen.“

Derzeit sind am Standort Dahlerbrück rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Laut eigenen Angaben auf der Internetseite erwirtschaftet das Unternehmen in Dahlerbrück einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro im Jahr. Die Erzeugung von Eisen- und Stahlprodukten ist am Standort Dahlerbrück schon seit etwa 300 Jahren heimisch. Zum 01. Oktober 2003 wurde die ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH als eine hunterprozentigen Tochtergesellschaft der ThyssenKrupp Nirosta GmbH gegründet.

Im März teilte das Unternehmen mit, dass die ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH ab sofort unter dem Namen Outokumpu Nirosta Precision GmbH firmiert. Die Transaktion zwischen Inoxum und Outokumpu ist bereits seit Ende 2012 abgeschlossen. „Durch die Namensänderung wird der Zusammenschluss und die damit einhergehende Zugehörigkeit des ehemaligen ThyssenKrupp-Unternehmens zu Outokumpu nun ebenfalls nach außen hin erkennbar“, hieß es damals in einer Pressemitteilung.

Damals gab sich der Geschäftsführer Mathias Bärwolf noch optimistisch: „Auch unter dem Namen Outokumpu vereinen wir weiterhin Erfahrung und Tradition mit zeitgemäßen und modernen Aufgaben. In enger und partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit unseren Kunden werden wir gemeinsam die Weichen für einen dauerhaften Erfolg stellen.“

Die Einbindung in den Outokumpu Konzern ermögliche die optimale Nutzung eines weltweit operierenden Konzerns. Die Eigenständigkeit des Unternehmens garantiere eine hohe Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit. Eine solide und zukunftsorientierte Basis sei gegeben, die auch weiterhin eine hohe Marktakzeptanz gewährleiste und die Position auf dem Wettbewerbsmarkt sichere. Wie Bärwolf dies heute, nur drei Monate nach dieser Aussage, sieht, ist unklar. Freitagnachmittag war er telefonisch nicht erreichbar.

Neben Dahlerbrück will das Unternehmen nach eigenen Aussagen auch die schwedischen Kaltwalz-Standorte Nyby und Kloster überprüfen. Weitere Standorte in Deutschland seien nicht betroffen. Outokumpu betreibt in Deutschland noch ein Kaltwalzwerk in Krefeld. Dort hatte Outokumpu schon vor einiger Zeit angekündigt, bis Ende dieses Jahres das Schmelzwerk (Flüssigphase) zu schließen. Der Betrieb bleibt bestehen. - mc

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