Konzert ohne Fest-Stress

Sängerin Jelena Scharnowski versank vor einem schön geschmücktem Weihnachtsbaum in der Musik. Saxofonist Eugen Wall (rechts) unstützte den Gesang der jungen Frau.

Schalksmühle ▪ Er ist immer authentisch, stets mit vollem Herzen dabei. Routine oder ein Abspulen des Programms gibt es bei Hans Werner Scharnowski nicht. So verriet der beliebte Musiker und Leiter des Chors Living Gospel eingangs des Adventskalender-Konzerts in der Freien evangelischen Gemeinde an der Jägerstraße am Samstagabend: „Ich habe jedes Mal vor einem Konzert Lampenfieber, auch hier bei euch in meiner Gemeinde.“ Von Rita Jonuleit

Zusammen mit seiner Tochter Jelena sowie Daniel Harter, Eugen Wall, Katja Zimmermann und Jan Primke hatte Hans Werner Scharnowski ein besonderes Musik-Erlebnis für das 17. Advents-Kalendertürchen zusammengestellt. Heiter und international stiegen die Vollblutmusiker mit amerikanischen, sehr populären Weihnachtssongs ein. „Santa Claus is coming to town“ und „Let it snow“, sangen die zahlreichen Gäste des Konzertes auf Einladung Scharnowskis mit.

Wie bei Gospel-Konzerten gewohnt, spielten die sechs Musiker die Melodien schwungvoll, mit eigenen Interpretationen und Tempo. Wall mit seinem „lachenden“ Saxophon etwa verstand sich meisterhaft auf eindrucksvolle Zwischentöne.

Als Einlage zwischen den einzelnen Stücken berichtete Scharnowski von den erlebten Konzert-Trips im Advent. Beispielsweise hatte ihn die besondere „Licht-Kultur“ des Adventsschmucks im Erzgebirge beeindruckt.

Der Chorleiter erläuterte: Diese besondere Zeit, oft voller Stress und Terminen, sollte eigentlich den besinnlichen Momenten gehören, die gläubigen Menschen auf das wichtigste Ereignis – das Gedenken an Jesu Geburt – vorbereiten. Mit Kerzenlicht und der Beschäftigung mit dem kommenden Fest.

Und so setzte Scharnowski auf Ruhe: Texte aus der Verkündigung sowie der Frohen Botschaft – Gottes Sohn ist geboren – wechselten sich ab mit ausgesuchtem Liedgut.

Eine große Leinwand zeigte entsprechende Bilder mit modern gestalteten Impressionen zur Weihnachtsgeschichte. Inbrünstig und versunken gaben sich die Musiker und Sängerinnen ihrer Darbietung hin. Einer persönlichen Andacht gleich gaben sie mit ihrer Stimme und ihrem Spiel dem bevorstehenden, besonderen Fest Ausdruck. Etliche Lieder wurden zweisprachig gesungen und erhielten dadurch noch einmal einen eigenen Reiz.

Die Instrumentalisten auf der Bühne verzichteten auf Schlagzeug und Percussions. Sattdessen stand das Publikum und gab klatschend den Rhythmus für die Musiker vor.

Beim „Gloria in excelsis deo“ hielt es Scharnowski kaum hinter dem Keyboard, ist er es doch gewohnt, seinen Gospelchor an dieser Stelle zu voller Klangfülle und Kraft zu leiten. Gerne sangen die Zuhörer immer wieder mit, ließen sich von Melodien und Gesang mitreißen.

Die Freude der Musizierenden, Gefühle durch Musik auszudrücken, spiegelte sich in den Gesichtern der Konzertgäste und waren bei allen Anwesenden auch nach dem Konzert spürbar.

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