Unbekannte Schätze im Bauernhaus

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Die Band „Echoes of Swing“ spielte am Sonntag ein Frühschoppen-Konzert im Bauernhaus Wippekühl.

Schalksmühle - Die Musiker hatten Spaß bei der Arbeit: „Herrlich ist das hier!“, freute sich Saxofonist Chris Hopkins am Sonntag über den Auftritt seiner „Echoes of Swing“ im Bauernhaus Wippekühl und setzte später noch hinzu: „Das ist total spannend für uns heute.“

Den Besuchern ging es nicht anders: „Wunderschön!“, öffnete eine Dame ihr Herz, und viele Besucher verabschiedeten sich nach abwechslungsreichen zweieinhalb Stunden mit einem Dankeschön von den Musikern. 

Denn deren „Echoes“ waren Programm: Die vier Musiker aus Bochum, Leverkusen und München wollen die Musik der Swing-Ära nicht einfach nachspielen, sondern variieren und kreativ weiterentwickeln. Ein solcher Umgang mit einer unglaublich kreativen Musikepoche macht Spaß. 

Repertoire umfasst nicht nur „Swing“ 

Das Etikett „Swing“ passte dabei nur begrenzt. Die vier Musiker schlugen auch aus einem Scott-Joplin-Ragtime aus den 20er-Jahren, einem wild walzernden Charleston und aus Freddie Keppards „Dixieland One Step“ Funken. Letzteres stellten sie als ein „historisch bedeutsames Stück aus der Frühzeit des Dixieland“ vor. 

Schlagzeuger Oliver Mewes lieferte dazu die mitreißenden Rhythmen – genauso wie bei diversen Ausflügen in die brasilianische Musik. Sein Wille zum musikalischen Experimentieren zeigte sich auch in der Behandlung eines erstaunlich resonanzstarken Fundstücks aus dem Bauernhaus: „Eine Premiere auf dem berühmten Schalksmühler Holz!“ 

Exemplarisch zeigte sich in Mewes Kommentar zum Wohlergehen von dessen Bewohnern auch der Humor, den die Musiker mitbrachten: „Die armen Würmer – die dachten, ihr Haus wird abgebrochen.“ Schön war auch die Szene, als Chris Hopkins in die bunte Runde schaute und einen Vorschlag machte: „Für den Fall, dass wir noch einmal im Bauernhaus Wippekühl spielen sollten, wäre es gut, wenn Ihr euch noch etwas vermehren würdet!“ Die Antwort kam prompt: „Der Wille ist da!“ 

Doch zurück zum Hauptprogramm, in dem die Musiker immer wieder mitreißend und konzentriert vor sich hin „swingten“. Bix Beiderbecke, Kornettist und Jazzmusiker, dessen Musik die „Echoes of Swing“ eine Doppel-CD gewidmet haben, ehrten die Musiker mit stimmungsvollen Improvisationen über den Klassiker „Old Man River“. 

„Das spielen wir jetzt nicht“ 

Ansonsten galt zumeist der Grundsatz: „Das spielen wir jetzt nicht, denn das kennt ja jeder!“ Das führte allerdings nicht dazu, dass die Besucher irgendetwas vermissten, denn die Musiker bewiesen ein untrügliches Gespür für das Heben eher unbekannter Schätze: Sidney Bichets „Premier Bal“ etwa und Cole Porters „Dream Dancing with you“, für das sich Trompeter Colin T. Dawson in einen Sänger verwandelte. Pianist Bernd Lhotzky improvisierte zu „Old Man River“ und begleitete sanft Chris Hopkins inspiriertes Saxofonsolo in der Ballade „Stardust“ von Ruby Carmichael – auch langsam einfach klasse.

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