Konzert im Bauernhaus Wippekühle

"Broom Bezzums": Irish Folk im Bauernhaus

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Herz und Verstand berührten „Broom Bezzums“ – Andrew Cadie und Mark Bloomer (rechts) – bei ihrem Konzert im Bauernhaus Wippekühl.

Schalksmühle - Wenn’s ums Mitmachen ging, konnten Mark Bloomer und Andrew Cadie – die Irish-Folk-Band „Broom Bezzums“ – auf die Schalksmühler zählen.

Herz und Verstand berührten die beiden Ausnahmemusiker, die bereits dreimal den deutschen Rock- und Pop-Preis gewonnen haben, bei ihrem begeistert gefeierten Konzert in uriger Bauernhausatmosphäre. Bei geöffneten Türen zelebrierten Sänger und Geiger Cadie, der auch mit der Northumbrian Pipe verwöhnte, und sein Duo-Partner Bloomer (Gitarre, Mandola und Gesang) eine Live-Show, die an Originalität, Witz und Charme kaum zu toppen war. 

Das sommerliche Flair des Abends tat das Seine, die Besucher in heiterste Stimmung zu versetzen. Nicht zuletzt mit den kleinen, feinen Geschichten, mit denen sie ihre Songs würzten, holten sich die beiden Engländer mit deutschem Pass ihr wippendes, klatschendes und mitsingendes Publikum ins Boot. 

Amüsante Geschichten

Von Steckrüben zum Halloween-Fest („Keine Kürbisse!“) und den Tücken, sie hierzulande zu finden, Geräuschen zur falschen Zeit, Live-Musik in irischen Pubs und vielem mehr war in hoch amüsanten Geschichten zu hören. 

Auch über ernste Themen – Krieg und Frieden – machten sich die beiden Musiker, die zu zweit einen ungewöhnlich vollen, satten Sound auf die Bühne des Bauernhauses Wippekühl brachten, Gedanken. Mit Jiggs und Reels, bei denen die Finger nur so über die Saiten flogen, bereitete „Broom Bezzums“ einem launigen, vergnüglichen Abend virtuos den Boden. „Da ihr schon alle steht, bietet sich diese Musik an“, meinten die beiden Musiker verschmitzt. „Wer nicht tanzen will, kann sich auch mit Geräuschen beteiligen.“ 

Wie mit jemandem zu verfahren ist, der sein Geräusch zur falschen Zeit anbringt, kam prompt als spöttischer Tipp hinterher. „Alle umdrehen und die Person ansehen!“ Reine Instrumentalstücke, bei denen Andrew Cadie und Mark Bloomer ihre spieltechnische Klasse unter Beweis stellten, wechselten mit Gesangsstücken. Eigenkompositionen gingen mit Songs von den Animals bis Bob Dylan einher. Von ihrem aktuellen Album „No Smaller Than the Word“ kredenzten die beiden Energiebündel bemerkenswerte Songs. 

Brandneue Nummern

Darüber hinaus hatten sie brandneue Nummern, die noch auf keinem Album zu hören sind, im Gepäck. Mitreißende Leidenschaft und tiefes Verständnis für die traditionelle Musik sprach aus jedem Song. Perfekt passten die warmen Klänge der Northumbrian Smallpipe (nordenglischer Dudelsack) und Andrew Cadies gefühlvolles Fiddle Singing in den Reigen abwechslungsreicher Melodien hinein. 

Nachdenkliche Töne stimmten die beiden Folkmusiker mit „Fishing in Troubled Waters“, das von Kriegsgewinnlern in vergangenen Zeiten handelt, an. „400 Jahre später hat sich die Welt nicht verändert“, hieß es bedeutungsschwer. Nach zwei prall gefüllten Sets war an diesem Abend noch lange nicht Schluss.

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