Konzert ein Dauerbrenner

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Myung-Hee Hyun begeisterte die Zuschauer ebenso wie die anderen Musiker. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Ganz vorsichtig bildet Myung-Hee Hyun den Ton in ihrer Kehle, bevor er langsam anschwillt und glasklar wie eine Seifenblase durch das Schiff der Kreuzkirche schwebt. Nicht nur die junge, aus Korea stammende Sopranistin begeisterte am Sonntag mit ihrem Können die Besucher der „Musik alter Meister“.

Zur 45. Auflage des traditionellen Konzertabends hatte der Leiter Professor Günther Höller wieder eine Gruppe begabter Musiker für sein Ensemble zusammengestellt, dessen Leistung vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde. Bürgermeister Jörg Schönenberg bedankte sich für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schalksmühle, dem Veranstalter der Konzertreihe: „Die Musik alter Meister prägt bis heute das kulturelle Geschehen in der Gemeinde.“ Professor Höller selbst erinnerte sich gerne an den ersten Duoabend mit seinem Freund und Klavierbegleiter Werner Garthe im Februar 1967 in Schalksmühle zurück. Er selbst hätte wohl kaum damit gerechnet, dass sich aus diesem Konzert ein echter Dauerbrenner entwickeln sollte.

Wie in jedem Jahr, durfte ein Komponist auch am Sonntag nicht fehlen: Johann Sebastian Bach. Bei seinen Stücken glänzte vor allem Myung-Hee Hyun. Ob in der Arie „Bereite dir, Jesu, noch itzo die Bahn“ oder dem sanften „Schlummert ein, ihr matten Augen“ aus dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena überzeugte sie mit ihrer reinen Stimme. In der abschließenden Arie „Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“ war kaum ein Unterschied zwischen den Flötentönen und der Stimme der jungen Sopranistin auszumachen. In der Triosonate C-Dur von Johann Joachim Quantz zeigten Professor Günther Höller und sein Sohn Christian ihr solistisches Können auf Block- und Querflöte. Begeistern ließ sich das Publikum auch durch das virtuose Spiel von Harald Hoeren auf dem Cembalo bei der Suite in d-moll von Händel. Mitreißend präsentierte Martin Ehrhardt die Giaccona in C-Dur von Antonio Bertali. Eher meditative, aber nicht weniger gekonnte Klänge schlug dann Cellist Martin Burkhardt mit einer Sonate in g-moll von Antonio Vivaldi an. Bei der Zugabe, einer Arie von Telemann, präsentierten sich noch einmal alle Musiker zusammen auf der Bühne.

Im Anschluss an das Konzert in der Kreuzkirche wurde Professor Höller eine besondere Ehre zuteil. Feierlich konnte er sich an der Seite von Bürgermeister Schönenberg und Wilfried König, Pastor im Ruhestand, in das Goldene Buch der Gemeinde Schalksmühle eintragen.

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