Konkurrenz nicht scheuen

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Der SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Siol (rechts) lud jetzt zum zweiten Dorfgespräch ein und diskutierte mit Hans-Jürgen Wagner (Geschäftsführer des Gemeindesportverbands, links) und Klaus-Peter Wiebusch (Vorsitzender des Verbands) über Sport in der Gemeinde.

Dahlerbrück - Das Thema „Sport und Bewegung“ stand am Mittwochabend im Mittelpunkt des zweiten Dorfgesprächs, das SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Siol vor sechs Zuhörern führte. Auf dem Podium war diesmal mit Hubertus Schwarzer der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses vertreten.

Zudem diskutierten vom Gemeindesportverband Hans-Jürgen Wagner als Geschäftsführer und Klaus-Peter Wiebusch in seiner Funktion als erster Vorsitzender mit. SPD-Vorsitzender Ralf Engels wurde von Gesprächsleiter Michael Siol als „Bolzplatz-Anwohner“ vorgestellt.

Zunächst ging Hubertus Schwarzer auf den Sportstättenentwicklungsplan ein, mit dessen Arbeit im November 2010 begonnen worden war. Die Vereine waren dazu aufgerufen, Verbesserungsvorschläge zu machen. Im vergangenen Jahr hat es dann erste konkrete Gespräche mit dem Landessportbund, dem Gemeindesportverband und der Verwaltung gegeben. „Die kleineren Sachen haben wir bereits abgearbeitet“, sagte Schwarzer. Das nächste Treffen ist vor den Sommerferien geplant.

Hintergrund des Papiers sind die sich verändernden Sport- und Freizeitgewohnheiten der Bevölkerung und die damit verbundene Auslastung der Hallen und Plätze. „Und über allem steht die demografische Herausforderung“, sagte Michael Siol. Während immer weniger Kinder und Jugendliche (ein Minus von 30 Prozent) in die Vereine strömten, nehme der Anteil der älteren Menschen (ein Plus von 40 Prozent) zu. „Dies hat auch zu einer Veränderung des Angebots geführt. Reha-Sport, Nordic Walking und Radfahren sind Trends, die sich vor allem in der Natur abspielen“, erklärte Klaus-Peter Wiebusch.

Die Runde war sich einig darüber, dass die Vereine auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren müssen und auch die Konkurrenz mit den kommerziellen Anbietern nicht scheuen dürfen. Dies bedeute aber auch, „dass Vereine nicht mehr allein vom Küchentisch gelenkt werden können“, so Klaus-Peter Wiebusch. Hier sei auch das Hauptamt gefragt.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen noch weiter ausgebaut werden könne, um den Nachwuchs an den Sport zu binden. „Problematisch ist aber, dass wir zu den geforderten Zeiten einfach nicht genügend Trainer finden“, sagte Hans-Jürgen Wagner. Dies beklagte auch Ralf Engels, der seit acht Jahren als Schiedsrichter im Handballkreis Lenne-Sieg unterwegs ist. Die Zahl der aktiven Referees sei von ehemals 160 auf knapp 120 gefallen.

Unterm Strich blieb die Erkenntnis, dass sich der Sport den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen anpassen müsse. Zudem wünschten sich die Diskutanten eine höhere Wertschätzung des Ehrenamts. „Wenn mehr Leute Verantwortung übernehmen würden, dann ließe sich der Wandel auch besser bewältigen“, meint Klaus-Peter Wiebusch.

Die Reihe der SPD-Dorfgespräche wird am kommenden Mittwoch mit dem Thema „Grenzen des Machbaren – Pflege“ in der Gaststätte „Zum Nöckel“ fortgesetzt. Beginn ist um 19 Uhr.

Von Jari Wieschmann

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