Impro-Theater Frizzles begeistert Publikum

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Das Impro-Theater Frizzles bereitete seinem Publikum in der Festhalle der Grundschule Spormecke einen kurzweiligen Abend.

Schalksmühle - Ein Theater-Ensemble, das ohne ein festes Stück auf die Bühne geht – wo gibt es denn sowas? Beim Impro-Theater Frizzles beispielsweise, das am Freitag in der Festhalle der Grundschule Spormecke zu Gast war.

Bei der vierköpfigen Truppe aus Köln, bestehend aus Katrin Piplies, Olaf Bürger und Betty LaMinga sowie dem Musiker Bernd Budden (Klavier, Keyboard) entstehen alle Szenen spontan am gleichen Abend, und zwar auf der Grundlage unterschiedlicher Anregungen aus dem Publikum. Mit beeindruckender Spontaneität improvisierten die Darsteller immer souverän und vor allem so pointenreich, dass die Zuhörer aus dem Lachen nicht mehr herauskamen.

Trotz der Tatsache, dass alles spontan erdacht war, leistete sich das Ensemble aus der Domstadt kaum Aussetzer oder Peinlichkeiten. Als Inspiration reichte es beispielsweise, das Publikum um drei Homepage-Themen zu bitten, um dann auf einer wilden Internet-Surf-Safari die völlig unterschiedlichen Themenbereiche „Krokodile“, „Sauerländer“ und „Rasenmäher“ sprachlich miteinander zu verquicken.

Lied über einen glücklosen Schützen

Bei der Frage nach besonderen Leidenschaften im Publikum blieb das Ensemble dann beim „Schützenfest“ hängen. Das besondere an dem hieraus erdachten Sketch: sobald Musiker Budden „Stop“ rief und sich das Publikum mit dem begeisterten Ausruf „Das klingt nach einem Lied“ meldete, musste das Darsteller-Trio aus dem letzten Satz spontan einen Song entwickeln und performen. Auf diese Weise erlebte das Publikum die Geschichte eines unglücklichen Schützens mit, der den Vogel nicht mehr trifft, obwohl er doch schon als Kind bei Mutti im Wohnzimmer das Schießen lernen durfte.

Die Virtuosität des Ensembles, völlig unvorbereitet auf der Bühne Geschichten und Charaktere zum Leben zu erwecken, zeigten die drei Darsteller sowie ihr musikalischer Stichwortgeber in mannigfaltiger Form. Unter dem Oberbegriff „Dinge, die ein wenig illegal sind“ brachte ein Zuschauer das „Schwarzfahren“ ins Spiel, woraufhin die Darsteller auf der Bühne eine Geschichte mit drei Charakteren – der Kontrolleurin, der Schwarzfahrerin und dem Chef der Verkehrsbetriebe, der mit der Schwarzfahrerin liiert ist – improvisierten. Im Laufe der Handlung landete erst die Kontrolleurin, dann die Schwarzfahrerin im Gefängnis, woraufhin der Leiter der Verkehrsbetriebe mit der Kontrolleurin durchbrannte. Ein schlüssig aufgebauter, pointenreicher Sketch, den sich auch ein Autor am Schreibtisch nicht besser hätte ausdenken können.

Höhepunkt des hochamüsanten Irrsinns war schließlich eine Szene rund ums „Melken“ und „Buttern“, zu der sich die Zuschauer Interpretationen in unterschiedlichen musikalischen Genres wünschen durften. Wo sonst als bei den Frizzles kann der Zuschauer schon schwüle Soul-Klänge zu den Textzeilen „Ich will spritzen und neh’m die Zitzen“ oder eine dramatische Barock-Oper ums Melken und Buttern mit der armen Magd, der garstigen Bäuerin und dem gut aussehenden Landvogt genießen?

Auch im weiteren Verlauf des Abends kredenzte das Ensemble ähnlich Absurdes. So erlebten die Zuschauer unter anderem einen Sketch über ein Fitnessrad, das sich sein Besitzer vom Sperrmüll wiederholt, gekleidet in vom Publikum vorgeschlagene Filmgenres wie „Horror“, „Western“, „Science Fiction“ oder „Drama“.

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