Knatternde Veteranen beim großen Biker-Treffen

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Trotz des wechselhaften Wetters war am Samstag beim Biker-Treffen viel los im Wildgehege. Erwin Neumann (rechts) kam mit seiner Kreidler Florett aus dem Jahr 1960 vorbei. Neben ihm die Biker Wolfgang Schröder (Mitte) und Olaf Karthaus.

Schalksmühle - Tornax, Terrot, Heinkel, DKW, Kreidler, Honda und mehr: Zum großen Biker-Treffen im Wildgehege Mesekendahl holten die Mitglieder der Motorrad Oldtimer-IG Schalksmühle-Heedfeld am Samstag ihre Schätzchen aus der Garage.

Zum Mekka für Motorrad-Begeisterte jeglicher Couleur – Fahrer wie Schaulustige – mauserte sich das traditionelle Motorrad-Picknick der Interessengemeinschaft. Bereits zum 18. Mal legten die Oldtimer-Freunde ihr Treffen samt Ausstellung schmucker Zweiräder aus längst vergangenen Zeiten auf. Unter bewährter Leitung von Rudi Mähler, erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft, ging das Treffen vonstatten.

Trotz des trüben, wechselhaften Wetters, das nicht gerade zu Ausfahrten einlud, erfreute sich die Veranstaltung großer Resonanz. Schade, dass es sich zum Ende des Events – mittlerweile überregional bekannt – richtig einregnete.

Mit rund 250 alten und modernen Fahrzeugen und mehreren hundert interessierten, begeisterten Besuchern fiel das Fazit der IG dennoch rundum positiv aus. „Das ist immer eine schöne Veranstaltung“, so die Biker. Die gute Laune ließen sich die Motorradfreunde durch gelegentliche Schauer und später Dauerregen nicht vermiesen.

18. Biker-Treffen der Motorrad Oldtimer-IG

Fachsimpeln mit Gleichgesinnten, Bekannte treffen, neue Freundschaften schließen, Know-how weitergeben und schmucke Maschinen in Augenschein nehmen: Jeder kam auf seine Kosten. Um Touren, Technik, Ausstattung, Events, Ersatzteile, PS und mehr drehten sich die Gespräche. Aus dem gesamten Märkischen Kreis und darüber hinaus – aus Essen, Ennepetal, Lennestadt, Hagen, Dortmund, Bochum und anderswo – steuerten Technikfans das Wildgehege an.

Älteste Maschine im weiten Rund war die schmucke Tornax 30/1 – Baujahr 1930 – von Rudi Mähler, die es immer noch auf Höchstgeschwindigkeiten von knapp 90 Stundenkilometern bringt. Wie fast jeder Oldie, der bewundernde Blicke auf sich zog, hatte auch die Tornax ihre Geschichte. „Die hab ich vor 20 Jahren gekauft und immer in der Ecke stehen gehabt“, erklärt Rudi Mähler. Seit acht Jahren erstrahlt die Maschine der Wuppertaler Firma, die Mitte der 50er-Jahre ihre Produktion einstellte, in ihrem früheren Glanz. „Da sind Autokolben von einem Mazda drin und auch Ventile.“

Fast genauso viele Jahre hatte die Maschine von Wolfgang Schröder, eine französische Terrot aus dem Jahr 1931, auf dem Buckel. „Die ist noch im Originalzustand wie gekauft“, berichtete der Lennestädter. Mit acht PS schafft sein knatternder Veteran, einmal in Fahrt, 80 Stundenkilometer.

Sprichwörtlich die Nadel im Heuhaufen fand der Essener Harald Zawadzki in Magdeburg mit seiner Tornax aus dem Jahr 1941, als die Wuppertaler auf Rüstungsproduktion umstellten. Seines Wissens sind von den damals 60 Maschinen, die überwiegend nach Österreich geliefert wurden, nur noch zehn erhalten.

Mittendrin im lockeren, zwanglosen Geschehen: die beiden Motorradfahrerinnen der IG. Fast haargenau ihre Maschine, eine Honda 250 NX Enduro, entdeckte Birgit-Wegener Kämper zur eigenen Überraschung beim Treffen unter den sorgsam in Reih und Glied stehenden alten und neuen Maschinen. Die Liebe zu den Oldtimern teilt sie mit Ehemann Klaus-Peter Kämper, der seine Honda CX 500 zum Treffen mitnahm.

In Begleitung ihrer Enkelin Melanie (3) schaute auch Monika Vogt, die ihr Heinkel Roller Gespann ausfuhr, im Wildgehege vorbei. „Sonst fährt immer mein Schäferhund mit Brille mit“, erklärte die Lüdenscheiderin lachend.

Beim Treffen gab’s immer wieder ein fröhliches Hallo unter den Besuchern. Für das leibliche Wohl sorgte das Team des Wildgeheges Mesekendahl.

Von Monika Salzmann

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