Kleinkunst vom Feinsten im Schalksmühler Kultur-Abo

Keine Macht den Dosen: Das GlasBlasSing Quintett setzt auf Musik aus/auf der Flasche.

SCHALKSMÜHLE ▪ Was Kulturelles im Geschenkesack? Das sticht Socken, Krawatten und Parfüm auf dem Gabentisch locker aus. Das passende Angebot dafür macht das Kulturbüro der Gemeinde Schalksmühle, das rechtzeitig zur Adventszeit und der damit verbundenen Suche nach Weihnachtsgeschenken das Kultur-Abo 2011 vorgestellt hat.

Die Mitglieder des Kulturausschusses haben das Programm am Donnerstag für gut befunden – nicht erstaunlich angesichts der vier Veranstaltungen, die im Pädagogischen Zentrum Löh Kleinkunst vom Feinsten bieten werden.

Die Reihe startet am Freitag, 1. April, mit Robert Griess und seinem neuen Solo-Programm „Revolte“. Darin proben die drei SpielplatzVäter Stapper, Schober und Griess den Aufstand. Die Normalos aus bröckelnder Mittel- und wachsender Unterschicht fühlen sich verlassen, verraten und verkauft und suchen die Leute, die verantwortlich sind für Krise und Kommerzialisierung, für falsche Beratung und schlechte Bildung sowie für Abzocke – für alles, was schief läuft im Land. Sie wollen nicht mehr zugucken, sondern handeln. „Revolte!“ verbindet politisches Wissen mit treffsicherem Humor und tollen Typen mit erfrischenden Sichtweisen.

„Der Nächste bitte“ heißt es am Freitag, 6. Mai. „@rheinkabarett“ aus dem Bonner Haus der Springmaus mit Andreas Etienne, Susanne Galonska, Michael Müller und Christoph Scheeben präsentiert bissige Satire, Lachnummern und mitreißende Musik. Ihr neues Thema ist eine Fundgrube fürs Kabarett, denn es geht um Ärzte, Patienten und die liebe Gesundheit. Die vier Komödianten stellen ohne vorgehaltenen Mundschutz Fragen wie: Machen Ärzte krank? Wie entsteht eine 10-Euro-Phobie? Rückrufaktion für Tauschorgane? Nougat oder Titan – was ist besser für die Hüften? „Der Nächste, bitte!“ ist ein urkomisches Ensemble-Programm, frei nach dem Motto: Lachen ist noch immer die beste Medizin.

Eine gute Konstitution braucht laut Kabarettist Jürgen Becker auch, wer eine Vernissage besucht, bei der der Künstler anwesend ist. „Vorsicht Herzinfarkt“ heiße es dann nämlich, weil kein falsches Wort fallen dürfe. Diese und andere Einblicke gewährt der Gastgeber der WDR-Kabarettsendung „Mitternachtsspitzen“ am Freitag, 23. September. Dann mischt Jürgen Becker die Welt der Kunst auf. Seine kabarettistische Kulturgeschichte knallt den Zuhörern respektlos die Kunst und den Kult um die Ohren und gibt ihnen damit zugleich die Freude an beidem zurück. Nebenbei hat er viele berühmte Werke von Rubens, Rembrandt und Rauch als Requisite: „Alles prima Maler sin dat!“

Liedgut auf Leergut erwartet die Schalksmühler dann bei der vierten und letzten Abo-Veranstaltung am Freitag, 7. November. Das GlasBlasSing Quintett präsentiert „Keine Macht den Dosen“, bei dem sich der Alltagsgegenstand Flasche in ein hippes Alleskönner-Instrument verwandelt. Nach dem gelungenen Premieren-Programm ist es dem GlasBlasSing Quintett durch strategische Instrumenten-Zukäufe auf dem europäischen Getränke-Binnenmarkt und einer geschickten Optimierung des bestehenden Klangkörpers gelungen, den nächst höheren Flaschenmusik-Level zu erreichen: Glasklar geploppte Arpeggien, eine filigran zischende Hi-Hat-Flasche, wirbelnde Schläge am Jägermeister-Xylophon, ein packender Beat auf dem Wasserspender-Schlagzeug … Ob Blues, Rumba oder Rocksong, ob selbst komponiert oder frech adaptiert – das GlasBlasSing Quintett duldet keine stilistischen Grenzen.

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