Gesunde Ernährung und Idylle beim Kleingartenverein Rotthausen

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Brunhilde und Peter Dehne bei ihren Duftrosen, aus denen sie Parfüm und Rosenwasser destillieren. Das Ehepaar baut auch eigenes Gemüse an. „Da bin ich wählerisch geworden“, sagt Peter Dehne.

Rotthausen - „Grundregeln müssen sein. Ansonsten aber sind wir kein Vorstand, der mit dem Zollstock herumläuft und prüft, ob die Hecke geschnitten werden muss.“ Freude an der Natur und am eigenen Garten steht für den Kleingartenverein Rotthausen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.

Zu den Grundregeln, die die 25 Kleingärtner beachten müssen, gehört der Anbau von Obst und Gemüse, der mindestens ein Drittel der Gartenfläche in Anspruch nehmen muss. Nur Rasen einzusäen, würde der Vereinsordnung widersprechen. Mit Vereinsmeierei, wie früher häufig zu hören, hat der Alltag in der idyllisch gelegenen Anlage jedoch wenig zu tun. Eher schon mit Natur, guter Luft, Gemeinschaft und dem Wunsch nach gesunder Ernährung.

Von den Gründungsmitgliedern des Vereins, der im kommenden Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, ist heute noch Werner Lausberg dabei. Die zweite Vorsitzende Heidi Miemel kennt die Anlage ebenfalls aus Anfangstagen. Damals nannten noch ihre Schwiegereltern den Kleingarten ihr Eigen.

Seit 2000 ist sie selbst stolze Besitzerin des Gartens, der tagtäglich ihr Anlaufziel ist. „Von morgens bis abends.“ Als zweite Vorsitzende kümmert sie sich um die Vermietungen vor Ort.

Brunhilde und Peter Dehne sind erst kurze Zeit dabei. „Wir wollten den Garten als Ausgleich“, erzählen sie. Peter Dehne engagiert sich im Verein als Kassierer. Seine Frau Brunhilde hat als Schriftführerin und Öffentlichkeitsbeauftragte ebenfalls Vorstandsposten übernommen. „Wir wollen alle ein bisschen Spaß haben. Das ist unser Hobby“, so die Schalksmühler.

Kleingärtner werden wählerisch beim Gemüse

Nicht das Regelwerk, sondern der Spaß soll im Vordergrund der Kleingärtnerei stehen. Die Hochbeete, in denen sein Gemüse prächtig gedeiht, hat Peter Dehne selbst zusammengezimmert. Herrliche Duftrosen, aus denen seine Frau Brunhilde Parfüm und Rosenwasser destilliert, blühen in dem kleinen, sorgsam umhegten Paradies.

Danach gefragt, was für sie den Reiz eines Kleingartens ausmacht, antworten die drei Vorstandsmitglieder übereinstimmend: „Um in der Natur zu sein und eigenes Gemüse zu haben.“ Wählerisch in Sachen Gemüse sei er geworden, gibt Peter Dehne – seit 2013 Kleingartenbesitzer – unumwunden zu.

Angepflanzt wird alles, was in der heimischen Erde wächst. „Das geht los mit Salat und endet mit Grünkohl.“ Seinen Grünkohl hat der Verein übrigens im Februar beim Schalksmühler Winterfest kredenzt. „Das machen wir auch im nächsten Jahr wieder.“ Weil nicht jeder alle Obst- und Gemüsesorten im eigenen Garten hat, wird unter den Nachbarn fleißig getauscht. Auch Pflegetipps, Einkoch- und Einmachrezepte werden weiter gereicht. Die Gemeinschaft untereinander sei gut, die Hilfsbereitschaft groß.

Immer mehr Familien zeigen Interesse

Bis auf eine der jeweils 300 Quadratmeter großen Parzellen ist in der Anlage alles belegt. Für die freie Parzelle gibt es bereits einen Interessenten. „Es steht auch noch eine Familie auf der Warteliste.“

Dass in letzter Zeit vermehrt junge Familien mit Kindern Interesse an einem Kleingarten bekunden, freut die drei Aktiven sehr. 15 Stunden Gemeinschaftsarbeit stehen für die Vereinsmitglieder alljährlich zur Pflege gemeinsamer Flächen an.

Die große Wiese nahe der Zufahrt ist in eine Streuobstwiese verwandelt worden. Ein Insektenhotel bietet Insekten Nisthilfen an. Der runde Vereinsgeburtstag im kommenden Jahr wirft bereits seine Schatten voraus. Eine Idee hat Brunhilde Dehne bereits in die Tat umgesetzt und eine erste Vereinsfahne kreiert: Haus, Baum, Zaun, Blumen und Wiese zeigt die Fahne, die demnächst am großen Mast wehen soll.

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