Kleingärten in Rotthausen

Jetzt ist die Hauptarbeitszeit der Kleingärtner

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Stolze Kleingärtner: Brunhilde Dehne (links), Heidi Miemel und Peter Dehne vor ihrem neuen Vereinsschild und mit einem der neuen Vereins-T-Shirts.

Schalksmühle - Wenn man im Kleingärtnerverein Rotthausen fragt, was die Mitglieder im Sommer machen, dann ist die Antwort kurz und bündig: „Ackern, schwitzen und genießen.“ Derzeit ist Hauptarbeitszeit für jeden Kleingärtner, erklärt die Vorsitzende Brunhilde Dehne.

Was genau in den Sommermonaten in der Kleingartenanlage passiert, passt auf mehrere Din-A4-Seiten. „Es gibt genug zu tun. So müssen wird unter anderem die Schädlinge in Zaum halten“, sagt Kassierer Hans Peter Dehne. 

„Zu Gast“ seien momentan vor allem Wühlmäuse, Schnecken und Kohlweißlinge. Mit Insektenschutzmitteln und Fallen darf aber nicht hantiert werden. „Als Öko-Garten gehört das Angebaute zu einem Drittel den Tieren. Wir sammeln die Schnecken ab und spannen Netze über den Kohl. Aber die Tiere holen sich einfach ihren Teil des Gemüses.“ 

Anbau nimmt viel Zeit in Anspruch

Auch der Anbau selbst nehme viel Zeit in Anspruch, so Heidi Miemel, 2. Vorsitzende des Vereins. In den Gärten werden Tomaten, Gurken, Salat, Bohnen, Erbsen und viele Obstsorten wie Äpfel und Beeren angebaut. Besonders stolz ist die Kleingärtnerin auf ihren Pfirsichbaum, der in diesem Jahr reichlich Früchte trägt und damit wahrscheinlich einmalig in Schalksmühle ist. 

Seltene Früchte: In der Kleingartenanlage in Rotthausen findet bald die wahrscheinlich einzige Pfirsich-Ernte in der Gemeinde statt.

Die Ernten fallen teilweise auf das Ende des Sommers. „Das muss dann alles verarbeitet werden. Wir machen daraus Marmelade, Gelee und Schnaps. Wir kochen es ein und lagern es für den Winter“, erklärt Brunhilde Dehne. Die Ausbeute sei aber nicht so groß, dass man in der gesamten kalten Jahreszeit davon essen könne. „Das muss frisch gegessen werden. Für den Winter bauen wir Kartoffeln an.“ 

Damit sind die Rotthausener Kleingärtner jedes Wochenende gut beschäftigt. Doch auch unter Woche – gerade bei großer Hitze – sind sie mehrfach in ihren Parzellen, um zu gießen. Peter Dehne: „Das Wasser dafür stammt nicht aus der Leitung. Die meisten haben große Regenfässer, das spart Kosten und ist gut für die Umwelt.“ 

Trockenheit ist auch in Rotthausen ein Thema

Doch auch trotz der teilweise 1000-Liter-Reserven wurde das Wasser in den vergangenen Jahren in der Anlage knapp. Die Hitze hat den Kleingärtnern arg zu schaffen gemacht und auch Schäden in den Gärten verursacht. 

Ein weiteres Thema ist das viele Unkraut. Doch man habe den Vorteil – im Gegensatz zu anderen Kommunen –, dass man in Schalksmühle am Bauhof den Grünschnitt noch kostenlos abgeben kann, freut sich Peter Dehne. 

Alles in Eigenregie: Das Spielgerät und auch der Sandkasten wurde von den Mitgliedern geplant und gebaut.

Nebenbei wird im Sommer auch noch das Vereinsheim gestrichen und andere Wartungsarbeiten erledigt. So haben die Kleingärtner in Eigenregie das Insektenhotel neu aufgebaut, ein Spielgerät für Kinder errichtet und einen Sandkasten geplant. Die Mitglieder kennen neben der Arbeit aber auch das Vergnügen, betonen alle drei Vorstandsmitglieder mit einem Lächeln im Gesicht. 

Wieder aufgebaut: Das Insektenhotel.

Es wird gegrillt auf den Parzellen oder am Vereinsheim – je nach Laune. Zudem findet in der warmen Jahreszeit auch das interne Sommerfest und die beiden Open-Air-Kinos im Ortskern statt, bei dem der Verein eine der wenigen Möglichkeiten nutzt, sich den Schalksmühlern zu präsentieren. Brunhilde Dehne: „Kaum einer weiß, dass es unseren Kleingärtnerverein in der Gemeinde gibt. Dazu brauchen wir zwar einen gewissen Vorlauf, können aber so etwas Öffentlichkeitsarbeit betreiben.“ 

Die Gemeinschaft steht in den Sommermonaten besonders im Vordergrund. So findet etwa ein Zucchini-Wettbewerb oder ein Dart-Turnier statt. „Damit hat man schon den ganzen Sommer abgedeckt“, lacht Peter Dehne.

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