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Klassentreffen nach mehr als 70 Jahren - damit endet eine Ära 

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Beim Ehemaligen-Treffen der Dahlerbrücker Volksschule kam Erinnerungen hoch.
Beim Ehemaligen-Treffen der Dahlerbrücker Volksschule kam Erinnerungen hoch. © Privat

Zum 20. Mal trafen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler der früheren Dahlerbrücker Volksschule am 10. September im Restaurant Nöckel in Schalksmühle zum letzten Klassentreffen nach mehr als 70 Jahren seit der Schulentlassung.

Von den einst etwa 120 Schulkindern der Entlassungsjahrgänge 1948, 1950, 1951 und 1952, die stets zusammen feierten, waren zu diesem Klassentreffen nur noch fünf Personen erschienen. „Ein Grund mehr, um der Ära Volksschule Dahlerbrück nunmehr für immer Adé zu sagen und nicht zu warten, bis der oder die Letzte übrig geblieben ist“, finden die Ehemaligen.

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“, stand damals in steinernen Lettern an der Hauswand neben dem Eingang zur alten Dahlerbrücker Volksschule geschrieben. „Wir Schulkinder verstanden damals den Sinn dieses Satzes vermutlich noch nicht. Hatten wir Kriegskinder doch auch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, um zu überleben“, teilt Dr. Herbert Tepper stellvertretend für die Ehemaligen mit. Insbesondere die Jahre von Kriegsende 1945 bis zur Schulentlassung seien ein reiner Überlebenskampf gewesen. Dabei sei die Schule eher ein Mittel zum Zweck als zum Lernen da gewesen.

Damit wir Schulkinder wenigstens einmal etwas Warmes zu essen bekamen, wurden wir mit Suppen von den Siegermächten versorgt, die in einer Großküche bei der Firma Berker an der Klagebach in Schalksmühle ausgeteilt wurde.

Die Ehemaligen der Dahlerbrücker Volksschule

„Damit wir Schulkinder wenigstens einmal etwas Warmes zu essen bekamen, wurden wir mit Suppen von den Siegermächten versorgt, die in einer Großküche bei der Firma Berker an der Klagebach in Schalksmühle ausgeteilt wurde“, berichten sie weiter. „Unsere Schule befand sich aber an der Volmestraße in Dahlerbrück neben der Firma Falkenroth. Wenn wir dann mit unserem Henkelmann geschlossen von unserer Schule zur Essensausgabe marschierten, war die meiste Unterrichtszeit bereits vorbei.“ In der dann noch verbliebenen Zeit sei dann noch versucht worden, „uns etwas Brauchbares beizubringen bei Lehrermangel, Mangel an Schreibutensilien und Schreibpapier und ohne Schulbücher“.

 „Zu Hause sagte man darüber besser nichts, denn sonst hätte man womöglich noch einmal eine Tracht Prügel bekommen. Dennoch sind aus uns Kriegskindern doch noch ordentliche Bürger geworden, auch ohne eine psychologische Therapiebegleitung.“

Dr. Herbert Tepper, ehemaliger Schüler

Manchen Lehrern sei eine strenge Erziehung wichtiger als der Lernbedarf gewesen. Zur Züchtigung oder wegen irgendwelcher, kleiner Vergehen wurde der Rohrstock eingesetzt – bei den Mädchen wurde auf die geöffneten Hände und bei den Jungen auf den Allerwertesten geschlagen. „Zu Hause sagte man darüber besser nichts, denn sonst hätte man womöglich noch einmal eine Tracht Prügel bekommen. Dennoch sind aus uns Kriegskindern doch noch ordentliche Bürger geworden, auch ohne eine psychologische Therapiebegleitung.“

Initiator und Organisator der 20 Klassentreffen war Dr. Herbert Tepper, dem über die Jahre Klaus-Peter Kalle und Jolanta Schnettler-Werkshagen bei der Organisation sehr geholfen haben. „Ihnen und allen, die immer zu unseren Klassentreffen gekommen sind, sei an dieser Stelle noch einmal von Herzen gedankt; nicht vergessen sind die leider schon von uns Gegangenen.“ Die Anwesenden vom letzten Treffen sind: Peter Pittschi, Christel Clever-Völker, Helga Möller-Pielhau, Ernst Eugen Borner und Dr. Herbert Tepper.

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