Eingeschränkter Regelbetrieb ab 8. Juni

Kita-Öffnung überrascht - Herausforderung für Einrichtungen

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Schalksmühle/Heedfeld - Charlotte Neuhaus ist überrascht. Die Kitas öffnen am 8. Juni wieder für alle Kinder. So war das eigentlich nicht geplant, sagt die Leiterin der Awo-Kita Mittendrin.

Eigentlich sei für Montag erst einmal ein Gespräch vorgesehen gewesen, bei dem auch die Awo mitwirken wollte. Das hat jedoch nicht stattgefunden hat. Diskutiert werden sollte über die Öffnung der Kitas und den Umfang der Stundenreduzierung. 

Zur Debatte stand die Frage nach einer Reduzierung um sechs oder zehn Stunden. Wäre es nach der Awo als Träger gegangen, hätte sie eine Sechs-Stunden-Reduzierung der zehnstündigen vorgezogen. Doch eine Anhörung habe es nicht mehr gegeben. 

Zehn Stunden weniger Betreuungszeit

Stattdessen trat Familienminister Joachim Stamp am Mittwoch vor die Öffentlichkeit und gab bekannt, dass die Kitas mit einem eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder öffnen werden. Die von den Eltern gebuchten Betreuungszeiten werden um je zehn Stunden reduziert.

Für Eltern in systemkritischen Berufen sei das „sehr unglücklich“, sagt Neuhaus. „Am Anfang haben sie alle für systemrelevante Berufe geklatscht – und jetzt? Das ist ein Schlag ins Gesicht.“ Hatten Eltern in systemkritischen Berufen bisher noch Vorteile bei der Betreuung der Kinder, gibt es ab dem 8. Juni keine Unterschiede mehr. Fair nennt das Minister Stamp und bittet um Solidarität. 

Vergrößerung der Gruppen

Die Gruppen werden wieder vergrößert und es gilt kein Betretungsverbot mehr in den Kitas, sodass nicht nur Kinder, sondern auch wieder die Eltern die Kita zum Bringen und Abholen der Kinder betreten dürfen. Nach wie vor gelten alle Hygieneregeln wie in den vergangenen Wochen auch. Die neu sortierten Gruppen, genannt Betreuungssettings, dürfen sich untereinander nicht begegnen. 

Sämtliche Hygienestandards gilt es fortan mit einer höheren Anzahl Kinder zu bewerkstelligen. Eine Herausforderung, sagt Maike Hanisch, Leiterin der Evangelischen Kita Heedfeld. Erste Eltern kündigten an, ihre Kinder vorerst nicht in die Kita zu geben und erst einmal die Situation zu beobachten. Auch Maike Hanisch war „total erstaunt“ über die Neuigkeit, die Minister Stamp bekannt gab. Joachim Stamp folgt mit der Öffnung der Empfehlung von Fachgesellschaften, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die ein Ende des Notbetriebs in Kindergärten und Schulen und eine umgehende unbeschränkte Wiederöffnung gefordert hatte. Weder der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern noch die Hygieneregeln stünden dem entgegen. 

Kuschelecken gibt es nicht mehr

In der Kita in Heedfeld werden jetzt die Gruppenräume so umgestellt, dass es immer Bereiche gibt, die genügend Abstand ermöglichen. Kuschelecken gibt es nicht mehr. Und in zwei Wochen ist jeden Tag um 14 Uhr Schluss. Personell betrachtet, sei das für die Einrichtung vielleicht ganz gut, sagt Hanisch, die nicht alle Mitarbeiter einsetzen kann, weil sie zu der Risikogruppe gehören. „Was das aber Eltern bringen soll, weiß ich nicht.“

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