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Kita-Umbau im MK verzögert sich - Handwerker kämpfen ums Material

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Von: Bettina Görlitzer

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Kita Dahlerbrück
Ralf Bechtel und Bauleiter Mahyar Khazeni (rechts) zeigen den künftigen Bewegungsraum im neu errichteten Anbau. © Görlitzer, Bettina

Der Umbau der Kita Dahlerbrück läuft. Erhebliche Lieferschwierigkeiten beim Material erschweren den Handwerkern allerdings ihre Arbeit.

Dahlerbrück – Besenrein präsentierte Bauleiter Mahyar Khazeni am Donnerstag das Untergeschoss der Kita in Dahlerbrück. Dort, wo im vergangenen Jahr eine fehlende Bodenplatte im Altbau für Überraschungen sorgte, ist nun alles fertig, damit nächste Woche die Maler anrücken können. Aber mit dem Start in den neuen Räumen zu Beginn des neuen Kindergartenjahrs am 1. August wird es dennoch nichts: Der Aus- und Umbau der Kita in Trägerschaft der Gemeinde verzögert sich weiter, weil die Handwerker mit erheblichen Lieferschwierigkeiten beim Material zu kämpfen hatten und immer noch haben.

Das inzwischen von vielen Baustellen bekannte Problem trifft auch die Kita in Dahlerbrück, wie Ralf Bechtel, Leiter Technisches Bauamt, bei der Baustellenbesichtigung erklärte. „Es wurde alles rechtzeitig bestellt. Wir tun, was wir können, aber wir können uns das Material nicht malen.“ Die Handwerker seien inzwischen fast mehr mit der Logistik und Materialbeschaffung beschäftigt als auf ihren Baustellen. Das bestätigt auch Architektin Natasa Bramey-Dudas.

Volle Auftragsbücher, aber fehlendes Material

Trotz voller Auftragsbücher könnten Betriebe mitunter nicht arbeiten, weil Material fehlt. Inzwischen gebe es zwar wieder genug Holz am Markt, dafür fehlt alles mögliche andere. Für die Kita zum Beispiel die speziellen Rigipsplatten für die Wände im Erdgeschoss. „Der Trockenbauer könnte längst fertig sein“, sagt Bechtel. Damit der Elektriker seine Vorarbeiten erledigen konnte, habe er sich mit einem Reststück einer Rigipsplatte beholfen. Zuvor waren es Dämmstoffe, die fehlten. Deshalb steht immer noch das Baugerüst vor dem Gebäude. Aktuell sieht der Bauzeitenplan von Khazeni eine Fertigstellung Ende September vor. „Aber wenn es weitere Lieferverzögerungen gibt, kommt das noch on top“, sagt Bechtel. „Wir wissen nicht, ob das Material kommt.“

Dementsprechend wurde der Mietvertrag für das Ausweichquartier für Kinder und Erzieher in der ehemaligen Christuskirche verlängert. Fachbereichsleiterin Anja Wolf sagt: „Im Moment planen den Start in den neuen Räumen für den 1. Oktober.“ Sie betont, dass die Unterbringung in der Christuskirche nicht mit einer eigens eingerichteten Kita vergleichbar ist – aber „für ein Provisorium ist es richtig gut geworden.“ Und mehr kann und soll die Christuskirche für die Kinder nicht sein.

Kita Dahlerbrück
Der Apfelbaum auf dem Kita-Gelände wurde erhalten und steht jetzt unmittelbar vor dem Bewegungsraum. © Görlitzer, Bettina

Freuen können sie sich auf großzügige helle Räume. Dafür sorgen große Fenster, auch im Untergeschoss, wo die ehemalige Hausmeister-Wohnung und ein Raum, den die Kita unter anderem als Ruheraum genutzt hat, komplett umgebaut wurden. Architektin Bramey-Dudas zeigt dort unter anderem ein „Sitzfenster“, mit tiefer, breiter Fensterbank, auf der die Kinder zum Beispiel mit einem Buch sitzen können. Für jede der beiden Gruppen gibt es künftig einen Gruppenraum, einen Neben- und einen Ruheraum.

Auch auf die Akustik hat die Architektin ein großes Augenmerk gerichtet. „Glatte Böden reflektieren Lärm“, erklärt sie. Entsprechend ausgewählte Deckenplatten wirken dämpfend, damit der Lärmpegel geringer wird. „So fühlen sich die Kinder wohler“. Und auch die Erzieherinnen profitieren von weniger Stress durch Lärm. Der neue Waschraum mit abgeteilten Wickelraum für die Gruppe im Untergeschoss wurde farblich an den Waschraum im Erdgeschoss angepasst, erklärt Bechtel. Dieser sei gerade erst renoviert worden und könne weitergenutzt werden.

Erdgeschoss ist noch Baustelle

Im Erdgeschoss sind die Arbeiten noch nicht ganz so weit wie im Untergeschoss – eben auch weil die Gipsplatten noch nicht da sind. Zu erkennen ist aber schon, wie aus den bisherigen beiden Gruppenräumen nun drei Räume für eine Gruppe geworden sind – analog zum Untergeschoss. Außerdem ist der Anbau mit dem Bewegungsraum fertig. Dessen Fenster bieten direkten Blick auf den alten Apfelbaum auf dem Kita-Gelände, der mitten in der Baustelle bereits Früchte trägt, die noch wachsen und reifen müssen. Einen Lagerraum für Spielzeug gibt es außerdem – dadurch kann auf Holzhütten im Außenbereich verzichtet werden. Jede Gruppe hat auf ihrer Etage einen direkten Zugang nach draußen.

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