Kita-Aktion

Drei-Sterne-Hotel für Igel: Kinder helfen Tieren

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Eine Luxusunterkunft für Igel: Im Winter eine frostsichere Hilfe für die Schutz suchenden Tiere.

Dahlerbrück -Zwar ist der Igel laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in seinem Bestand nicht gefährdet. Aber gerade in der kalten Jahreszeit können die Menschen den stacheligen Gartenbesucher bei seiner Suche nach einem warmen Plätzchen unterstützen.

Einen einfachen Weg haben die Kinder und die Erzieher der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt gefunden. „Die Idee, ein Igelhotel zu bauen, kam uns beim Laubfegen“, erklärt Erzieherin Daniela Chalupa. In den Gruppen wurden die Themen Igel und Eichhörnchen durchgenommen. Das Hotel sei auf einem simplen Wege entstanden, betont Kita-Leiterin Kristina Brüdigam. „Eine Euro-Palette hatten wir noch in unserem Fundus. Wir haben diese dann mit den Kindern gestaltet und an einem geeigneten Ort aufgestellt.“ Befüllt wurde sie mit Erde und viel Laub. „Das war wenig Aufwand“, ergänzt Daniela Chalupa. „Wichtig ist, dass die Kinder umgesetzt haben, was sie gelernt haben.“ 

Ob in dem Hotel ein Igel einchecken wird, wisse man in der Kita nicht. Ein Hotelgast wäre aber eine schöne Bereicherung. Wie es mit einfachen Mitteln geht, Igel im Winter zu unterstützen, wissen die Experten des BUND. Bei niedrigen Temperaturen ist ein geschütztes, frostsicheres Winternest für die Tiere wichtig. Nachdem sie sich im Herbst eine Fettschicht angefressen haben, die als Kälteschutz und Nahrungsvorrat dient, verschlafen sie die meiste Zeit des Winters. Wenn im Frühjahr das Nest über 15 Grad warm wird, beenden sie ihren Winterschlaf. 

Generell könne jeder darauf achten, seinen eigenen Garten für Igel freundlicher zu gestalten. 

Die Kinder der Kita in Dahlerbrück wissen, wie man schnell und einfach ein Igelhotel baut.

So geht´s: 

  • Garten mit einheimischen Pflanzen bepflanzen, giftfrei arbeiten und Unterschlüpfe schaffen – zum Beispiel durch Hohlräume in Holzstößen oder unter Gartenhäuschen 
  • trockenes Laub aufhäufen, mit Ästen und einer Plastikplane abdecken und Ecken mit Steinen beschweren – je größer der Laubhaufen, desto besser ist die Wärmedämmung 
  • Durchlässige Gartenzäune mit einem Abstand von zehn Zentimetern zum Boden oder mit einem kleinen Loch als Durchgang aufstellen. 

Auch Zufütterung im Frühjahr und Herbst hilft den Tieren: Zusätzliche Nahrung ist wichtig für untergewichtige Igel. Als Futter sollte eine Mischung aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei dienen. Der heimische Naturfreund weiß dazu immer Rat. Obst ist nicht geeignet. Zum Trinken nur Wasser hinstellen. Auf keinen Fall Milch bereitstellen, Igel können Laktose nicht verdauen. Durchfall und andere Folgeerkrankungen können die Tiere schwächen oder gar töten. 

Hilfsbedürftige Tiere 

Die Naturschützer wissen, wann Igel die Hilfe der Menschen brauchen und wann nicht. Die Tiere sind Wildtiere, deshalb sollten gesunde Exemplare nicht im Haus überwintern. Nur verletzte, hilflose oder kranke Tiere dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen. Der Rat des Experten ist auch hier besonders wichtig. Oft kennen auch Tierärzte, der örtliche Tierschutzverein oder das Veterinäramt Unterstützungsangebote. Als hilfsbedürftig gelten: . verwaiste Igelsäuglinge (geschlossene Augen und Ohren, tagsüber außerhalb des Nestes) . verletzte und/oder unterernährte Igel (Tiere sind wurstförmig, haben eingefallene Flanken und eine deutliche Einbuchtung hinter dem Kopf) . kranke Igel, die apathisch und mager sind und eingefallene Augen haben . Jungigel, die Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen und Tiere, die bei Dauerfrost und/oder Schnee tagsüber noch aktiv sind. 

Gefahren vermeiden 

  • Baugruben, Kellerschächte und Schwimmbecken absichern 
  • mit dem Auto an Hecken und Gebüschen sowie in Waldgebieten vorsichtig fahren 
  • Komposthaufen nur vorsichtig und nicht zwischen November und März umsetzen 
  • auf Laubsauger verzichten . Holzhaufen für Brauchtumsfeuer vor dem Abbrennen von Hand umschichten 
  • hohes Gras vor dem Mähen absuchen 
  • Mülltüten erst am Morgen auf die Straße, nachts erhöht stellen oder an Zäune hängen.

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