Kissen gegen Herbecke-Raser?

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An der sanierten Straße Herbecke überschreiten viele Kraftfahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Nun sollen dort Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung her.

Schalksmühle - An der Herbecke wird demnächst eine verkehrsberuhigende Maßnahme in der Tempo-30-Zone umgesetzt. Damit sollen zu schnell fahrende Kraftfahrer ausgebremst werden. Dafür sprach sich der Bau- und Planungsausschuss einstimmig aus.

Die Verwaltung wurde damit beauftragt, Abstimmungsgespräche sowohl mit den Anliegern als auch mit dem Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises zu führen. Dabei soll geklärt werden, welche Art von Verkehrsberuhigung an der Herbecke umgesetzt werden kann. Noch vor der Kommunalwahl am 25. Mai soll sich der Bau- und Planungsausschuss in einer Sondersitzung für eine Variante aussprechen.

Die Überlegungen zur Verkehrsberuhigung sind nötig geworden, weil sich seit der Fertigstellung der Straßensanierung die Beschwerden der Anwohner häufen, dass im unteren Bereich der Herbecke mit zu hoher Geschwindigkeit gefahren wird.

Daraufhin wurde im Februar über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem Messgerät die Geschwindigkeit der Kraftfahrer ermittelt. Die Messungen ergaben je nach Tageszeit eine Geschwindigkeit zwischen 58 und 63 km/h. Auch Höchstgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern haben die Beamten in der 30er-Zone gemessen. „Natürlich sind das Ausreißer. Aber die Ergebnisse sind erschreckend, so dass etwas passieren muss“, sagte Bürgermeister Jörg Schönenberg.

Jörg Kückelhaus vom Fachbereich Planen und Bauen stellte in der Sitzung zwei Varianten zur Verkehrsberuhigung vor. Zum einen kann die Fahrbahn direkt vor dem Beginn der durchgehenden Bebauung mit einer Einengung verkleinert werden. Diese Maßnahme würde circa 3100 Euro kosten.

Eine andere Variante wäre an der gleichen Stelle eine Bodenschwelle, auch Kissen genannt, wie sie auch am Löh verbaut wurde. Die Kosten für diese Alternative würden circa 9000 Euro betragen.

Darüber hinaus seien auch Maßnahmen mit mobilen Elementen möglich, zum Beispiel mit Blumenkübeln oder Markierungen. Alle Maßnahmen müssten aber zunächst mit dem Straßenverkehrsamt besprochen und von diesem genehmigt werden.

Bürgermeister Schönenberg sicherte zu, dass die Verwaltung zudem mit der Polizei über Geschwindigkeitskontrollen sprechen werde, die allerdings nur sporadisch durchgeführt werden könnten.

Ausschussmitglied Dietmar Dassler (FDP) fragte, inwieweit die Bodenkissen im Bereich Löh zu einer Senkung der Geschwindigkeit geführt hätten. „Das unmittelbare Feedback von den Anwohnern war danach durchweg positiv“, berichtete Jörg Kückelhaus. Daraufhin sprach sich Dassler dafür aus, auch an der Herbecke Bodenkissen anzubauen. „Auch mit dem Bewusstsein, dass der Aufwand etwas höher ist.“

Dem stimmte Ortwin Schmidt von der UWG zu. Er sei kein Freund von Blumenkübeln und daher gegen das Aufstellen von mobilen Elementen. „Das Kissen ist sicher die bessere Lösung.“

Lutz Schäfer (SPD) merkte an, dass es mit einer Bodenschwelle nicht getan sei. Man habe ja auch am Löh gesehen, dass dort zwei Kissen zur Geschwindigkeitsreduzierung notwendig waren. Der Ausschussvorsitzende Klaus Nelius (UWG) fasste zusammen, dass „wenn wir etwas machen, es auch für die Fahrer spürbar sein muss, und dann wahrscheinlich auch an zwei Stellen an der Herbecke“.

Von Alisa Kannapin

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