Geistlicher aus Schalksmühle besaß kinderpornografisches Material

Kirchenrechtliche Ermittlungen gegen Pastor

Symbolbild: CD mit kinderpornografischem Material
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Aufgrund des Besitzes kinderpornografischen Materials ermittelt jetzt kirchenrechtlich auch das Bistum Essen gegen den Schalksmühler Pfarrer.

Nachdem das Amtsgericht Lüdenscheid einen katholischen Pastor aus Schalksmühle wegen der Beschaffung und des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt hat, soll nun zeitnah über die weitere kirchliche und berufliche Zukunft des Geistlichen entschieden werden.

Schalksmühle - Nachdem das Amtsgericht Lüdenscheid einen katholischen Pastor aus Schalksmühle wegen der Beschaffung und des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt hat, soll nun zeitnah über die weitere kirchliche und berufliche Zukunft des Geistlichen entschieden werden. In den kommenden Wochen soll eine sogenannte kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet werden. Diese wird von der Verfahrensordnung des Bistums Essen für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst vorgeschrieben.

Einen genauen Termin für die Untersuchung konnte Bistumssprecher Ulrich Lota auf Nachfrage unserer Zeitung nicht nennen. „Das Verfahren wurde noch nicht eingeleitet, da der Pastor zunächst seinen Verpflichtungen aus dem Strafprozess nachkommen muss.“ Der Geistliche, der auch in Meinerzhagen, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Halver arbeitete, wurde neben einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße von 5000 Euro auch zum Absolvieren einer Sexualtherapie verurteilt.

Die Verantwortlichen des Bistums werden aber, sagt Ulrich Lota, in den kommenden Tagen einen Untersuchungsrichter anfordern. Dieser werde als Außenstehender vom Bistum Münster kommen. Wann und zu welchen Ergebnis dieser dann kommt, sei derzeit nicht absehbar, so der Sprecher. „Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass ein solches Verfahren oft ein kurzer Prozess ist. Es gibt aufgrund der Beweislage nicht viel zu ermitteln. Es liegt auch im Interesse der Kirche, das Verfahren schnell zum Abschluss zu bringen.“

Sollte der Ermittlungsrichter zu dem gleichen Ergebnis kommen wie sein weltlicher Kollege, dann droht dem Pastor im schlimmsten Falle die Entlassung aus dem Klerikerstand. Möglich ist aber auch, dass er der Berufsgruppe der Kleriker weiter angehört, ihm jedoch die Ausübung von Seelsorge und gottesdienstlichen Feiern befristet oder auch dauerhaft verboten wird. Weitere Sanktionen können Geldstrafen, Aufenthalts- und Kontaktverbote sein sowie Auflagen, die sich konkret aus dem Fall ergeben.

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