Präsenzgottesdienste bleiben aus

Kirchen hoffen auf den Sommer für Konfirmationen

Kirche Heedfeld Schalksmühle Pfarrer
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In Heedfeld hofft man auf wärmere Monate für die Konfirmation.

Alles bleibt anders: Auch in diesem Jahr fallen die Konfirmationsgottesdienste in den Schalksmühler Kirchen aus und sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Durch die geltenden Corona-Maßnahmen könnten die Feierlichkeiten nur in sehr abgespeckter Form stattfinden.

Schalksmühle/Heedfeld – In der Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld hätte die feierliche Segenshandlung bereits stattfinden sollen. „Wir haben die auf den 21. und 22. August verschoben, in der Hoffnung, dass es dann relativ normal ablaufen kann“, sagt Doris Korte, die inzwischen als Pfarrerin in den Ruhestand gegangen ist.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die Konfirmationen Corona-bedingt in den August verschoben. „Ich werde dann wieder drei kleine Gruppen machen mit jeweils fünf Leuten. Wir hoffen, dass dann jeder noch zehn Leute mitbringen kann. Dann könnten wir 60 Leute in der Kirche unterbringen“, hofft sei. Derzeit könnten dort maximal 35 Besucher einen Platz finden.

Ich war kurz davor, das durchzuziehen. 

Doris Korte, Pfarrerin i. R.

Schon jetzt wird damit gerechnet, die Gottesdienste in einer komprimierten Version zu veranstalten. Das Abendmahl würde dann, wie auch im vergangenen Jahr, ausfallen und die Dauer wäre verkürzt. Die Entscheidung dazu fiel recht spontan. Doris Korte: „Ich war kurz davor, das durchzuziehen. Die Eltern haben aber gesagt, dass sie es schöner fänden, wenn wir das in den Sommer verlegen, weil dann auch die Möglichkeit gegeben wäre, dass draußen gefeiert werden könnte, wenn man dann immer noch nicht essen gehen kann.“

Konfi-Unterricht ist abgeschlossen

Der Konfirmandenunterricht ist bereits abgeschlossen, hin und wieder lädt Korte jedoch alle zu einem Zoom-Meeting ein, um den Kontakt auch weiterhin aufrecht zu halten. Die Katechumenen treffen sich regelmäßig alle zwei Wochen zum Online-Unterricht. Auch, wenn diese digitalen Zusammenkünfte eine gute Möglichkeit sind, um in Kontakt zu bleiben, legt die Theologin Wert auf eine persönlichere Beziehung zu ihren Konfirmanden. „Ich habe allen eine Postkarte geschickt. Das war mir wichtig“, verrät sie. „Die sitzen ja nur noch am Computer, und das tut mir auch leid. Die ganzen schönen Sachen, die wir sonst so machen, können sie nicht mehr erleben.“ Die gemeinsamen Unternehmungen wie das Frühstücken, Abendessen oder das Erleben von Freizeiten waren durch die Pandemie nicht möglich. Auch der reguläre Gottesdienst findet seit drei Monaten nur noch digital statt.

Die Konfirmationen im August sollen jedoch ganz „altmodisch“ in der Kirche stattfinden. Geleitet werden sie dann von Doris Korte – obwohl sie in den Ruhestand gegangen ist. „Ich werde die konfirmieren, das habe ich denen versprochen“, begründet sie ihre kurzzeitige Rückkehr aus dem Rentnerdasein. „Ich muss zwar nicht mehr, ich darf aber noch.“

Pfarrer Torsten Beckmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück hätte Ende April auch gerne seine Konfirmanden mit dem Segen entlassen. „Das wurde nun auf das Wochenende vor den Sommerferien am 26. und 27. Juni verschoben“, erklärt er. Aufgeteilt werden die Feierlichkeiten dann auf zwei Gottesdienste am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag. „Gottesdienste und private Feiern sind unter den derzeitigen Bedingungen ja sehr schwierig. Wir hoffen, dass Ende Juni die Situation etwas entspannter ist.“ In welchem Rahmen die Gottesdienste dann gefeiert werden können, steht noch nicht fest. „Das werden wir dann kurzfristig noch entscheiden. Wir sehen dann zu, dass wir die bestmöglichste Lösung finden.“

Wir haben auch Aufgaben gestellt, die selbstständig bearbeitet werden müssen.

Torsten Beckmann, Pfarrer

Der Präsenzunterricht für die Konfirmanden fiel ins Wasser und wird auf digitalem Weg fortgesetzt. „Das ist allerdings nicht immer so ganz einfach, weil die technischen Voraussetzungen nicht bei allen Teilnehmern gegeben sind“, beklagt der Pfarrer. Deshalb setzt er nicht alleine auf die digitale Lösung. „Wir haben auch Aufgaben gestellt, die selbstständig bearbeitet werden müssen. Es gibt einen Onlineunterricht über Zoom und Arbeitsblätter mit Aufgaben.“ Die werden dann online verschickt oder können auch abgeholt werden. Vor Ostern wurde etwa die Aufgabe gestellt, eine Präsentation zu Ostern zu erarbeiten.

Dank der großen Erlöserkirche im Schalksmühler Ortskern fanden Präsenzgottesdienste zum Teil in den vergangenen Wochen statt. „Die Leute sind aber sehr zurückhaltend, der Besuch war mit etwa 20 Leuten eher übersichtlich“, resümiert der Pfarrer.

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