Kirchenrechtliche Untersuchung

Nach Pastor-Verurteilung wegen Kinderpornos: Entscheidung über Zukunft fehlt aus Rom

Kinderpornos Pastor Schalksmühle
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Kinderpornos fand man damals auf dem Rechner des Pastors.

Vor dem Amtsgericht Lüdenscheid wurde der Pastor aus Schalksmühle bereits wegen Kinderpornos verurteilt. Die kirchenrechtliche Untersuchung, die über seine Zukunft entscheidet, läuft noch.

Schalksmühle – Was passiert mit dem katholischen Pastor aus Schalksmühle, der im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Lüdenscheid wegen der Beschaffung und des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt wurde, in beruflicher und kirchlicher Hinsicht? Diese Frage bleibt zunächst weiterhin ungeklärt, wie eine Nachfrage beim zuständigen Bistum in Essen ergab.

Die Untersuchung

Anfang Oktober 2020 gab Pressesprecher Ulrich Lota gegenüber unserer Zeitung bekannt, dass eine sogenannte kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet werde. Diese sei von der Verfahrensordnung des Bistums Essen für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst vorgeschrieben.

Einen genauen Termin dafür konnte der Bistumssprecher damals nicht nennen. Es sei aber bereits ein externer Untersuchungsrichter bestellt.

Der Vatikan

Die entsprechende Untersuchung gegen den Geistlichen, der auch in Meinerzhagen, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Halver arbeitete, habe bereits zum Jahresende stattgefunden und sei auch für die Verantwortlichen in Essen abgeschlossen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelte, sei dieser Vorgang nicht außerordentlich präsent gewesen, so der Sprecher.

Ein Resultat aus der Untersuchung könne aber noch nicht genannt werden. „Unsere Kirchenrechtsabteilung hat ihre Ergebnisse wie vorgeschrieben nach Rom übermittelt. Wir müssen abwarten, was von den entsprechenden Stellen vor Ort kommt“, erklärt Ulrich Lota.

Die Folgen

Welche Folgen könnten auf den Pfarrer, der neben einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße von 5000 Euro auch zum Absolvieren einer Sexualtherapie verurteilt wurde, zukommen. Im für ihn schlimmste Fall droht die Entlassung aus dem Klerikerstand.

Es kann aber auch dazu kommen, dass er der Berufsgruppe der Kleriker weiter angehört, ihm jedoch die Ausübung von Seelsorge und gottesdienstlichen Feiern befristet oder auch dauerhaft verboten wird. Des weiteren sind Geldstrafen, Aufenthalts- und Kontaktverbote sowie weitere Auflagen möglich.

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