Viel Material im Besitz

Kinderpornos: Diese Strafe erhielt Pfarrer im MK

Pfarrer im Besitz von Kinderpornografie: Nun wurde der Mann aus Altena bestraft.
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Pfarrer im Besitz von Kinderpornografie: Nun wurde der Mann aus Altena bestraft.

[Update 16.15 Uhr] Hunderte kinderpornografische Bilder und Videos: Das war die Bilanz der Ermittler, die die externe Festplatte eines Pastors im Märkischen Kreis genauer unter die Lupe nahmen. Jetzt wurde er - in Abwesenheit - für den Besitz des Materials verurteilt.

Schalksmühle/Altena - Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen – vergleichsweise schnell endete gestern der Prozess vor dem Amtsgericht in Lüdenscheid. In Saal 125 brachte Richter Thomas Kabus zügig einen schriftlichen Strafbefehl gegen den katholischen Pastor auf den Weg, der seinen Schäfchen einst in Meinerzhagen, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und schließlich in Halver und Schalksmühle die Beichte abnahm. 

Angeklagter erscheint nicht vor Gericht

Doch nun scheute der Geistliche den Gang vor einen irdischen Richter, was aufgrund eines extrem schambesetzten Vorwurfs nachvollziehbar war. Laut Anklage hatten Polizeibeamte auf seiner Computerfestplatte unter anderem 500 kinderpornografische Dateien entdeckt. 

Sein Anwalt Thorsten Merz hatte dem Gericht schon vor der Verhandlung den Wunsch seines Mandanten mitgeteilt, die Sache möglichst diskret zu erledigen. „Das erklärt die heutige Abwesenheit“, bemerkte Richter Thomas Kabus. 

"Der Angeklagte hat sich sehr kooperativ gezeigt"

Staatsanwältin Ina Pavel hatte Verständnis für das große Interesse der Öffentlichkeit an dem Fall, das sich in einem – nach Corona-Maßstäben – vollen Sitzungssaal ausdrückte. Doch auch sie wollte sich einer Regelung der Angelegenheit durch einen Strafbefehl nicht widersetzen. Sie nannte die Gründe: „Der Angeklagte hat sich von Anfang an sehr kooperativ gezeigt und sich sofort in Isolation begeben. Seine komplette berufliche Existenz ist vernichtet.“ 

Missbrauch des Vertrauens

Die Staatsanwältin erinnerte andererseits daran, dass hinter diesen Bildern der sexuelle Missbrauch von Kindern steht. Durch sein Verhalten habe der Geistliche „das in ihn gesetzte Vertrauen der Gemeinde sehr missbraucht“. 

Richter Thomas Kabus schloss sich der Auffassung der Staatsanwältin an, dass nach den üblichen Verfahrensregeln eine persönliche Anhörung des Angeklagten nicht unbedingt erforderlich sei. Er verurteilte den 55-Jährigen auf schriftlichem Wege zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Als Auflage muss der Geistliche eine Geldbuße von 5000 Euro an das Märkische Kinderschutzzentrum zahlen. 

Sexualtherapie als Auflage

Die Festplatte mit den kinderpornografischen Dateien wird endgültig eingezogen und vernichtet. Verteidiger Thorsten Merz berichtete außerdem von der Bereitschaft seines Mandanten zur Absolvierung einer Sexualtherapie. Der ergangene Strafbefehl macht daraus eine weitere Bewährungsauflage. Gegen die ergangene Entscheidung könnte der Angeklagte noch Einspruch einlegen. Danach sah es allerdings zunächst nicht aus

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