„Kein Abschluss ohne Anschluss“

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Michael Herge, Birgit Schroeder, Nektarios Stefanidis und Jörg Schönenberg.

SCHALKSMÜHLE - „Kein Abschluss ohne Anschluss“ – nach diesem Motto führt Nordrhein-Westfalen als erstes Flächenland ein landesweit einheitlich gestaltetes Übergangssystem ein. Ziel ist es, den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf nachhaltig zu verbessern.

Mit dem Ziel im Märkischen Kreis eine standardisierte Berufs- und Studienorientierung ab Klasse 8 zu etablieren, riefen im April 2013 Vertreter aus Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaft, Schulen, Kommunen, Schulaufsicht sowie der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter die Steuerungsgruppe „Neues Übergangssystem Schule-Beruf“ ins Leben.

Der Märkische Kreis übernimmt die kommunale Koordination für die Umsetzung des NRW Landesprojektes. So erhalten Schüler aller teilnehmenden Schulformen, bisher sind von 70 Schulen 38 in das System eingetreten, in der Jahrgangsstufe acht die Möglichkeit, an drei Tagen unterschiedliche Berufsfelder genauer kennen zu lernen. Dabei stehen Berufsfelderkundung und erste Kontakte zwischen Betrieben und potenziellen Auszubildenden an erster Stelle.

Durch kleine Arbeitsproben, oder auch praktische Übungen, Austausch mit Auszubildenden und Ausbildern wie auch Erläuterungen der Arbeitsabläufe, Kennenlernen von Arbeitsstoffen und Maschinen bekommen die Jugendlichen so einen realistischen Eindruck der Berufsfelder, die vorab in der Schule im berufsvorbereitenden Unterricht vorgestellt und besprochen wurden. So können die jungen Menschen die Auswahl des Schülerbetriebspraktikums differenzierter treffen.

Die Aussicht auf eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung erhöht sich für beide Seiten. Im Durchschnitt werden 25 Prozent der Ausbildungen abgebrochen, nannte Diplom-Sozialarbeiterin Birgit Schroeder, Fachbereich Jugend und Bildung im Märkischen Kreis im Gespräch aktuelle Zahlen.

Das Schülerbetriebspraktikum wird als eine der wichtigsten Entscheidungshilfen für die spätere Berufswahl angesehen, so die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Die Berufsfelderkundungstage, die eine vorgeschaltete eintägige Potenzialanalyse mit Hinweisen auf Stärken und Ressourcen sowie auch Berufsempfehlungen mit einschließen, dienen so als wichtige Entscheidungshilfe für das richtige Praktikum.

In der Praxis sieht es so aus, dass Schulen wie auch Ausbilder – Unternehmen, Einzelhandel, Städte und Gemeinde– also die ausbilden – durch dieses neue Übergangssystems Vernetzungsstrukturen aufbauen. Die Schüler der teilnehmenden Schulen können sich auf den Seiten des Projekts die Angebote der teilnehmenden Anbieter ansehen, die jeweilige Berufsfelderkundung beantragen. In enger Zusammenarbeit mit dem für Berufs- und Studienberatung zuständigen Lehrer werden die jeweiligen Tage belegt.

In der Gemeinde Schalksmühle koordiniert Nektarios Stefanidis, Fachbereichsleiter für das Jugendzentrum, Bürgerdienste sowie Schule und Sport, die zu besetzenden Plätze im Jugendzentrum und in den Kitas. Schon innerhalb der ersten Woche konnte er Anmeldungen erfolgreich vermitteln. Bürgermeister Jörg Schönenberg sprach sich für das neue System aus, hofft auf gute Resonanz bei den Ausbildungsbetrieben rund um die Gemeinde und will selbst durch Nutzung seiner Kontakte das Projekt unterstützen. Ausführliche Informationen bieten die Internetseiten www.mk.rbn.nrw.de wie auch www.keinabschlussohneanschluss.nrw.de.

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