„Kartoffellese war Spaß“

Hans Spenner weiß noch genau, wie eine Kartoffel wächst.

SCHALKSMÜHLE ▪ „Die Herbstferien hießen bei uns nur Kartoffelferien“, blickt der 1946 geborene Hans Spenner zurück. Als Sechs- bis Zwölfjähriger hieß es für ihn dann stets: Ab zur Kartoffellese. Von Michael Koll

„Das war Fun und Action“, sagt der Stellvertretende Vorsitzende des Schalksmühler Vereines für Geschichte und Heimatpflege, „wie das so schön Neudeutsch heißt.“

Zunächst einmal bedeutete die Lese der Erdäpfel eine willkommene Abwechslung für die Jugend der 50er-Jahre. „Und am Abend haben wir dann die Kartoffeln auf einen Stock gespießt und im Lagerfeuer gebraten“, hat Spenner die schönen Seiten der damaligen Zeit noch lebhaft vor Augen. „Mit Arbeit hatte das absolut nichts zu tun.“

Heute dagegen wüssten die Kinder, Jugendlichen und auch manch Erwachsener gar nicht mehr, wozu die Kartoffel gut sei, klagt Spenner. Nicht wenige würden behaupten: „Ich mag keine Kartoffeln. Da esse ich lieber Pommes.“

Anlässlich des gestrigen Tages des offenen Denkmals ging es im Bauernhaus Wippekühl einmal „rund um die Kartoffel“. Alte Waagen waren beispielsweise ausgestellt. Auch ohne Digitalanzeige funktionierten diese – vielleicht sogar viel besser als moderne Exemplare.

„Ausgesprochen gut“ fand Spenner am Mittag den Zuspruch der Bevölkerung. Trotz einsetzenden Regens kamen immer mehr, um sich Reibeplätzchen und Kartoffel-Waffeln schmecken zu lassen. Mit einer Foto-Ausstellung wurde unter anderem auch an die Kartoffellese früherer Tage erinnert.

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