Gemeinsam gegen giftige Pflanze

Gemeinsam gegen den giftigen Bärenklau - neue Zusammenarbeit soll helfen

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Eigenschutz genießt oberste Priorität: Herbert Arnold und Mario Exel vom Stadtreinigungs-, Transport- und Bautrieb Lüdenscheid (STL) bekämpfen den Riesenbärenklau in der Schalksmühler Ortslage Pulvermühle. Künftig möchte der STL mit der Gemeinde und der Stadt Halver noch intensiver zusammenarbeiten.

Schalksmühle - Stadt- und Gemeindegrenzen interessieren ihn nicht. Er verbreitet sich mit Vorliebe entlang von Flüssen, Gleisen und Straßen, gilt längst als Plage. Und zu allem Überfluss ist der Riesen-Bärenklau (auch Herkulesstaude genannt) auch noch brandgefährlich. Jetzt wird er weiter bekämpft.

der Riesen-Bärenklau verursacht bei der Berührung mit dem Pflanzensaft zum Teil schwere, verbrennungsähnliche Schäden an der menschlichen Haut. Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Stadt Lüdenscheid, der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL), die Gemeinde Schalksmühle und die Stadt Halver der weiteren Ausbreitung der Herkulesstaude Herr werden.

In der Schalksmühler Ortslage Pulvermühle, gelegen kurz vor der Hagener Stadtgrenze unmittelbar an der Volme, informierte STL-Werkleiter Heino Lange jetzt die Bürgermeister der drei Kommunen (Dieter Dzewas/Lüdenscheid, Jörg Schönenberg/Schalksmühle und Michael Brosch/Halver) über das Projekt, das nicht nur die bis zu vier Meter hohe, stark samende Pflanze bekämpft, sondern auch noch einen bemerkenswerten sozialen Hintergrund hat. 

Extra Mitarbeiter für den Kampf gegen die Pflanze

Denn: Im Rahmen des so genannten „Teilhabechancengesetzes“, das seit Anfang 2019 die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt fördert, hat der STL inzwischen zwölf Mitarbeiter eingestellt, von denen vier mit der Bekämpfung der Herkulesstaude beschäftigt sind. „Das funktioniert sehr gut“, sind sich Heino Lange und sein Bereichsleiter Claus Dietrich einig. So gut, dass der STL seine Hilfe auch für „Bärenklau-Brennpunkte“ in Halver und Schalksmühle anbietet. 

Bei Michael Brosch und Jörg Schönenberg trifft dieser Vorschlag auf offene Ohren, zumal beide Bürgermeister der interkommunalen Zusammenarbeit mit dem „großen Nachbarn“ in Lüdenscheid – zum Beispiel in den Bereichen der Müllabfuhr oder bei Straßenmarkierungen – ein durchweg positives Zeugnis ausstellen. Jörg Schönenberg betonte während des informellen Gesprächs gleich zwei Aspekte des Projektes. „Die Bekämpfung des Bärenklaus ist sehr wichtig – noch wichtiger ist es aber, Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen.“

Heino Lange, Werkleiter beim STL.

Dass die Bekämpfung der Staude so gar nicht mit einfachen Tätigkeiten im eigenen Garten vergleichbar ist, demonstrierten Herbert Arnold und Mario Exel. Direkt am Volmeufer waren die STL-Mitarbeiter im Einsatz – in voller Schutzausrüstung inklusive Maske, Visier, Handschuhen, Mund-Nase-Schutz und Overall. 

Mehrere Bekämpfungsmethoden möglich

Bekämpfungsmethoden gibt es mehrere. Zum einen kann der Vegetationskegel der Pflanze ca. 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche abgetrennt werden. Risikoreicher, aber der inzwischen fortgeschrittenen Vegetation geschuldet, ist die Entfernung der Samenstände. Die müssen zunächst abgetrennt werden, die Dolden dann in Müllsäcke verpackt und später verbrannt werden. Möglichst wenige Samen dürfen auf dem Boden verbleiben, wo sie noch acht bis zehn Jahre keimfähig sind. Auch mit der thermischen Behandlung experimentiert der STL. Dazu werden die Wurzeln mit heißem Wasser quasi gekocht. Maßnahmen, die künftig auch vermehrt und nicht nur zu Demonstrationszwecken in Halver und Schalksmühle zum Einsatz kommen werden.

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