Kaiser feiert 110-Jähriges Firmenbestehen

+
Am vergangenen Freitag feierte das Unternehmen nicht nur sein 110-jähriges Bestehen, sondern auch die Einweihung des Neubaus. Die darauf gebaute Lüftungsanlage sorgte aufgrund ihrer Höhe im Herbst für Ärger. Kaiser

Schalksmühle - Fast pünktlich zum Gründungsdatum vor 110 Jahren, dem 4. Dezember, feierte das Unternehmen Kaiser am vergangenen Freitag nicht nur sein langjähriges Bestehen, sondern auch die Einweihung des Neubaus im Industriegebiet Ramsloh.

Im feierlichen Rahmen dankte Geschäftsführer Burkard Kaiser allen Mitarbeitern „für ihr großes Engagement und ihre Geduld in den nicht immer einfachen, zurückliegenden Monaten“. Das teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Denn um den Neubau so schnell wie möglich umzusetzen und dabei die Produktion nicht zu unterbrechen, seien die Mitarbeiter besonders gefordert gewesen, da der Umzug parallel zum dreischichtigen Produktionsrhythmus vollzogen wurde.

„Persönliche Wurzeln nie vergessen“

Ab sofort biete der Anbau mit 7000 Quadratmetern für die breiter werdende Produktpalette der Firma mehr Platz und ermögliche die Optimierung der Prozesse. „Mit dem Neubau möchte Kaiser auch zukünftig in Schalksmühle Arbeitsplätze sichern, weiter ausbauen und die eigene Firmenhistorie erfolgreich am Ursprung fortsetzen“, heißt es in der Mitteilung.

Bürgermeister Jörg Schönenberg habe im Rahmen der Feier die Wichtigkeit der Entwicklung in der eigenen Region betont: „Wer Schalksmühle kennt, der weiß, dass die Gemeinde mit und von der Industrie lebt. Bei allen unternehmerischen Aktivitäten haben die Verantwortlichen der Firma Kaiser nie vergessen, wo ihre persönlichen Wurzeln liegen“, wird Schönenberg zitiert.

Doch ganz unumstritten war der Neubau nicht: Im Bau- und Planungsausschuss und in der Bevölkerung sorgte die auf dem Gebäude installierte Lüftungstechnik im Herbst für Ärger (wir berichteten). Denn durch die drei unterschiedlich hohen Geräte wird die im Bebauungsplan festgeschriebene Gebäudehöhe um mehrere Meter überschritten. Das bemängelte nicht nur der Kreis als zuständige Baugenehmigungsbehörde, sondern auch Teile der Politik.

Die Gemeinde musste – nachdem das zuständige Architekturbüro Artec einen Nachtrag zum Bauantrag eingereicht hatte – eine Befreiung von der im Plan festgesetzten Gebäudehöhe erteilen, was die Politiker nur mit lautem Zähneknirschen erlaubten.

Des Weiteren muss der Kreis eine Ausnahme für die zu hohe Lüftungsanlage genehmigen. „Das ist auf einem guten Weg“, wie Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. Der zuständige Mitarbeiter war gestern nicht verfügbar, „doch die Unterlagen sind nach Rücksprache mit unserer Bauverwaltung alle da, alle Beteiligten sind gehört worden und das Verfahren ist sehr weit fortgeschritten“, sagte Klein.

Die Anwohner am Ramsloh bemängelten im Herbst auch die Lärmbelästigung durch die Lüftungsanlage. Wie Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, am Mittwoch erklärte, können Bürger, die sich gestört fühlen, beim Technischen Umweltschutz des Kreises anrufen. „Dann werden Messungen durchgeführt, und wenn die Belästigung zu groß sein sollte, kann der Kreis das Unternehmen auffordern, Lärmschutzmaßnahmen umzusetzen.“

Bechtel wies auch darauf hin, dass die große Baumlücke am Ramsloh, wo sich vorher eine Zufahrt von Kaiser befand, geschlossen wurde. „Die Firma ließ dort auf einer Länge von 50 Metern Eichen pflanzen. Damit ergibt sich bald ein durchgehend grünes Bild.“ - aka

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare