Unterstützung aus Schalksmühle

Junges Engagement: 19-Jährige will Kindern in Argentinien helfen

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Die Schalksmühlerin Lena Peerebooms wird im Rahmen eines Diakonischen Jahres zwölf Monate in einem Kindergarten in Paraná, Argentinien, arbeiten.

Schalksmühle - Sich freiwillig für andere engagieren ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Ganz anders sieht das die 19-jährige Schalksmühlerin Lena Peerebooms. 

Bereits von Kindesbeinen an ist sie in ihrer Freizeit für andere Menschen da. Angefangen beim Kindergottesdienst und Konfirmanden-Unterricht, anschließend selbst Konfirmanden-Arbeit und Mitarbeit in der Kinderstunde – die junge Frau ist in der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück in vielen Bereichen aktiv gewesen. 

Seit zwei Jahren wirkt sie nun im Jugendkreis mit und verbringt an jedem dritten Samstag im Monat mit 13- bis 17-Jährigen Zeit im Jugendcafé Time-Out. „Ich bin sehr christlich aufgewachsen. Das Engagement ist mir sehr wichtig, es bringt einem auch persönlich viel. Zudem kann man als junger Mensch der nächsten Generation wichtige Werte schneller näher bringen als ältere.“ 

Engagement für andere ist ihre Priorität

Dass sie ihre Zeit auch anders, etwa mit ihren Freunden am Badesee verbringen könnte, das kam der gebürtigen Schalksmühlerin nie in den Sinn. Das Engagement für andere habe immer schon Priorität gehabt. „Es gibt auch andere Zeiten, zu denen man mit seinen Freunden etwas unternehmen kann.“ Und ein Außenseiter wegen ihrer Hilfsbereitschaft sei sie auch nicht. 

An Weihnachten wird die Schalksmühlerin bei 40 Grad Celsius zur heißesten Zeit des Jahres eine Wasserschlacht machen oder auch mit den Kindern den argentinischen Nationalfeiertag begehen.

In ihrem Freundeskreis engagieren sich viele, etwa in der Kirche. Das sei selbstverständlich. „Meine anderen Freunde aus der Schule tun das nicht. Aber ich bekomme auch keine dummen Sprüche deswegen“, sagt die frischgebackene Abiturientin, die ihren Abschluss an der Hildegardis-Schule in Hagen gemacht hat. 

Sinnvoll Zeit nach Abitur verbringen

Nach dem Schulabschluss stand für sie die Frage „Was nun?“ an. „Da ich noch nicht genau wusste, was ich studieren möchte, habe ich mich dafür entschieden, die Zeit sinnvoll zu verbringen.“ Mit diesem Entschluss beginnt für die junge Frau ein großes Abenteuer, das in Paraná, der Hauptstadt der Provinz Entre Ríos im Nordosten von Argentinien, stattfinden wird. „Die Stadt hat rund 240 000 Einwohner und ist mit Münster zu vergleichen, da sie ebenfalls eine Universitätsstadt ist“, hat sich Lena Peerebooms bereits informiert. 

Im Rahmen eines Diakonischen Jahres, das vergleichbar ist mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), aber im Rahmen der Evangelischen Kirche stattfindet, und zu 75 Prozent von den beiden kirchlichen Ämter, dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) und dem Amt für Jugendarbeit (AfJ), finanziert wird, wird sie dort zwölf Monate verbringen.

Sie wird in einem ortsansässigen Kindergarten Heranwachsende unter drei Jahren betreuen. „Ich werde mit ihnen spielen, ihnen Mahlzeiten zubereiten und sie wickeln. Ich bin gespannt, das habe ich noch nie gemacht“, sagt Lena Peerebooms und grinst. Doch ganz so locker sieht sie nicht alles dort. Ein wenig Bauchgrummeln hat sie schon. „Dort sind auch Kinder aus den ärmsten Verhältnissen des Landes. Unser Wohlstand hier in Deutschland ist ein Privileg. Dort ist das ganz was anderes. Das wird mit Sicherheit ein kleiner Schock werden. Ich hoffe, dass ich damit umgehen kann.“ 

WG mit "Nordlicht"

Jung und engagiert: Nicht nur zuhause in Schalksmühle, auch in Argentinien möchte die 19-Jährige jungen Menschen helfen.

Alleine gelassen wird die Schalksmühlerin mit solchen Situationen aber nicht. Vor Ort wird ihr ein Mentor zur Seite gestellt, zudem besucht sie Seminare und kann in Austausch mit anderen Freiwilligen treten. Zudem wird sie in einer Wohngemeinschaft mit einem jungen Mann aus Lübeck ziehen. Bereits den ersten Kontakt mit den Mitarbeitern des Kindergartens beschreibt Lena Peerebooms als sehr harmonisch. „Argentinien ist schon was ganz anderes. Eigentlich liebe ich ja das Dorfleben. Aber ich freu mich richtig.“ Nicht ganz so glücklich sei ihre Mutter, seitdem sie weiß, dass ihre Tochter für ein Jahr im Ausland arbeiten wird. „Sie hatte schon ein paar Tränen in den Augen.“ 

Am 11. August sitzt die Freiwillige im Flugzeug, es geht von Düsseldorf nach Frankfurt und von da nach Buenos Aires. Für ihr Abenteuer sucht sie allerdings noch etwas. „Wir Freiwilligen sollen Unterstützer finden, damit wir einen Anteil an den Flügen, Seminaren und Verpflegung bezahlen können und um außerdem Werbung für das Engagement bei den Leuten zu machen“, erklärt Lena Peerebooms. Wenn das geschafft ist, dann heißt es für die junge Engagierte „Tschüss Schalksmühle, woll?!“ und „Buen dia Paraná“.

Unterstützung 

Wer Lena Peerebooms unterstützen möchte, der kann sich per E-Mail an lenip2000@gmx.de oder unter der Rufnummer 0 15 78/8 65 38 74 an sie wenden. Die Unterstützer erhalten auch einmal im Monat einen Bericht.

Aufruf für Serie

Im Rahmen einer Serie möchte unsere Zeitung junge Menschen aus Schalksmühle vorstellen, die sich, sei es im Rahmen eines Freiwilligendienstes oder auch ehrenamtlich, in der Gemeinde oder anderswo engagieren. Wir sind der Meinung, dass wir über diese Menschen schreiben sollten, schließlich ist so ein Engagement nicht mehr selbstverständlich heutzutage. Wenn Sie sich selbst für andere einsetzen oder jemanden kennen, der dies tut, dann kontaktieren Sie doch unsere Redaktion, entweder per E-Mail an die Adresse schalksmuehle@mzv.net oder telefonisch unter der Rufnummer 02353/912186.

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